Fußball-WM in Katar – islamisch und regelkonform

Guten
Morgen liebe Hessen,

Gestern
war das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2022 in Katar. Schon seit Wochen löst
die Veranstaltung Empörung bei vielen Politikern und Fans in Deutschland aus,
insbesondere diverse Äußerungen des katarischen WM-Botschafters Khalid Salman. Der
sagte in einem Interview mit dem ZDF unter anderem: „Während der WM werden
viele Dinge hier ins Land kommen. Das Wichtigste ist doch: Jeder wird
akzeptieren, dass sie hierherkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren
müssen“ Andererseits habe er vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule
sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. Nach seiner
Auffassung sei Schwulsein verboten und „ein geistiger Schaden“. Daraufhin wurde
das Interview durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen
(1). Auch weitere Äußerungen aus dem Umfeld des Botschafters riefen Empörung
hervor. So wurde z.B. die Verschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit von
den Scheichs „auf bizarre Weise“ gerechtfertigt: „Vergleich mal: Vor dir liegt
eine unverpackte Süßigkeit. Du weißt nicht, ob sie jemand berührt oder
reingebissen hat. Und eine verpackte. Welche nimmst du?“. Selbst das Einsperren
von Frauen wird von vielen katarischen Männern befürwortet: „Warum sollte eine
Frau das Haus verlassen? Auf all das Geld, die Fürsorge, die Liebe verzichten?“
(2). Der FOCUS bezeichnete die Ausführungen des Katar-Botschafters als
„unfassbare Skandal-Aussage“ (3), BILD sieht in den Äußerungen „homophobe
Entgleisung des WM-Botschafters Khalid Salman“ und „Frauenverachtung“ (2).

Angesichts
der Kritik hat der katarische WM-Botschafter seine Aussagen über Homosexualität
verteidigt: „Es ist weder unsere Religion noch unsere Natur, zu beleidigen oder
zu verletzen“. Dennoch würde sich die Religion und Kultur seines Landes durch
die Weltmeisterschaft nicht ändern (4). In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
hatte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani die Kritik an Katar aus
Europa und Deutschland als „sehr arrogant und sehr rassistisch“ bezeichnet und
warf Deutschland „Doppelmoral“ vor (1).

Verständlich.
Zunächst ist festzustellen, dass die Vergabe der WM an das Scheichtum durch die
FIFA nach dem üblichen Verfahren – und damit regelkonform – erfolgte. Jedem war
bekannt, welches Land die WM ausrichten sollte. Es war bekannt, dass es dort im
Sommer bis zu 50 Grad heiß wird und es war bekannt, dass es sich um ein streng
islamisches Land handelt. Sogar die deutsche Außenministerin könnte das wissen.
In der Homepage ihrer eigenen Behörde könnte sie z.B. folgendes lesen: „Die
Gebräuche und Gesetze von Katar sind stark durch den Islam und dessen
Glaubensinhalte und Wertvorstellungen geprägt“. Daher „sollten Reisende in
ihrem Verhalten auf die religiösen, kulturellen und sozialen Traditionen
Rücksicht nehmen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen“. Und
es sollte ihnen bewusst sein, „dass homosexuelle Handlungen verboten sind und
strafrechtlich geahndet werden“ (5).

Insofern
haben die Scheichs völlig Recht: sie üben nur ihre Religion aus. Eine Empörung
darüber ist absolut unangebracht, zumal die freie Religionsausübung nach dem
Grundgesetz der Bundesrepublik als Grundrecht geschützt ist. Wer das
kritisiert, ist nicht nur islamophob, sondern auch verfassungsfeindlich.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-11/katar-wm-botschafter-homosexualitaet

(2)
https://www.bild.de/sport/fussball/fifa-wm-2022/irrer-vergleich-hier-zeigen-die-katar-scheichs-offen-ihre-frauenverachtung-81889588.bild.html

(3) https://www.focus.de/sport/fussball/wm-2022/wm-2022-im-newsticker-wm-botschafter-aus-katar-bezeichnet-homosexualitaet-als-geistigen-schaden_id_154675983.html

(4)
https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2022/salman-geht-auf-abwehr/

(5)
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/katarsicherheit/202280#content_3

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