Gelungene Integration = Gute Berichterstattung / Misslungene Integration = Keine Berichterstattung

Guten Morgen liebe Hessen,

Fast täglich kann man Berichte über Zuwanderer lesen, die sich auch nach Jahren nicht integrieren wollen oder können. Legendär sind die zahlreichen Fälle von Zuwanderern, die auch nach Jahrzehnten die Landessprache (Deutsch) kaum oder überhaupt nicht beherrschen. Ebenso die Fälle von Zuwanderern, die – ebenfalls über Jahrzehnte – in ihrer Parallelwelt leben und nicht bereit sind, die Rechtsordnung des Gastlandes zu akzeptieren. Wie etwa das aus Pakistan stammende Ehepaar, das seine Tochter ermordete, weil diese sich ihren Lebensgefährten selbst aussuchen wollte. Die Eltern lebten seit mehr als 30 Jahren in Deutschland, waren zwischenzeitlich eingebürgert, benötigten jedoch vor Gericht einen Dolmetscher.

Vor diesem Hintergrund greift die Presse Fälle von gelungener Integration – die es natürlich ebenfalls gibt – gerne auf und berichtet ausführlich. So wie kürzlich die Frankfurter Neue Presse, die begeistert titelte: „Gelungene Integration: Feras Rashid floh 2015 aus Syrien – Heute arbeitet und lebt er mit seiner Familie in Kassel“. Der heute 29-jährige Rashid kam im Herbst 2015 nach Deutschland. Er war aus seiner Heimat Aleppo in Syrien geflohen. Aber während viele Schutzsuchende aus Syrien als Fluchtgrund die Zerstörung ihrer Häuser durch Bomben oder die Verfolgung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit angeben, hatte Rashid einen viel profaneren Grund zur Flucht: „Mir drohte der Militärdienst, aber ich wollte niemanden töten“ (1). Da ist Rashid nicht der Einzige. Militärdienst droht fast allen jungen Männern in den meisten Staaten dieser Erde. Auch in Deutschland gibt es die Wehrpflicht, die nur derzeit ausgesetzt ist. Und wer sich dieser Verpflichtung entzieht, macht sich strafbar – in Deutschland nach den Bestimmungen der §§ 109 und 109a StGB und nach dem Wehrstrafgesetzbuch. Eine Handlung, die in Deutschland mit bis zu 5 Jahren Haft bedroht ist, wird für den Angehörigen eines anderen Staates zum anerkannten Fluchtgrund.

Und so konnte Rashid über den Libanon, die Türkei, Griechenland und Ungarn nach Deutschland fliehen (1). Dass er zumindest in Griechenland bereits in Sicherheit vor dem syrischen Militär war, interessiert in Deutschland offensichtlich niemanden. Niemand hat ihn offensichtlich gefragt, warum er nicht in einem der zahlreichen Länder geblieben und dort um Asyl nachgefragt hat, die er auf seiner Flucht nach Deutschland durchquert hat und in denen er in Sicherheit war. Asylrecht wird inzwischen als das Recht verstanden, seine Heimat zu verlassen, weil es einem dort nicht mehr gefällt und in ein Land der freien Wahl einzuwandern, wo man beliebig lange auf Kosten der Allgemeinheit leben kann. Selbstverständlich nicht alleine, sondern zusammen mit der Familie, die man nachziehen lassen kann.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/472066/22-23

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