Gender statt MANNschaft: DFB lässt biologische Männer beim Frauenfußball zu

Guten
Morgen liebe Hessen,

Mit
seinem Urteil zum „Dritten Geschlecht“ hat das Bundesverfassungsgericht –
vermutlich ohne es zu ahnen – eine Lawine von Problemen losgetreten.
Vordergründig ging es „nur“ um den Eintrag des Geschlechts im Personenstandsregister.
Aber dieser Eintrag hat auch Auswirkungen auf zahlreiche andere Bereiche.
Ungeklärt ist bislang immer noch die Toilettenfrage, aber auch die Zuordnung im
Sport. Denn die meisten Sportarten sehen eine Geschlechtertrennung vor, weil Körperbau
und damit die sportliche Leistungsfähigkeit der beiden bislang bekannten
Geschlechter unterschiedlich ist. Frauen hätten daher in den meisten Sportarten
keine Chancen auf eine olympische Medaille – ausgenommen beim Schießen und
Dressurreiten.

So
gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Trans-Athleten, die vom
männlichen ins weibliche Geschlecht gewechselt sind. Auch wenn in diesen Fällen
eine operative Angleichung und eine entsprechende Hormonbehandlung erfolgte,
bleibt der ursprüngliche Körperbau – insbesondere Knochen und Muskeln –
bestehen, der für die sportliche Leistungsfähigkeit ausschlaggebend ist. Auf
diese Weise konnten Sportler, die als Männer nur mittelmäßige Leistungen
erbrachten, als „Frauen“ in die Spitzengruppe vorstoßen. Eigentlich für die
zuständigen Sport-Organisationen Grund genug, Regelungen zu schaffen, die eine
Benachteiligung echter Frauen im Sport vermeiden. Die Lösung kann eigentlich
nur lauten: entweder eine separate „Trans“-Gruppe einzurichten oder
Trans-Frauen weiterhin bei Männern starten zu lassen.

Der
Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine andere „Lösung“ gefunden: er überlässt
künftig Spielern mit dem Geschlechtseintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ die
Entscheidung selbst, ob sie in einem Frauen- oder Männerteam spielen wollen.
Damit setzt der DFB im internationalen Sport neue Maßstäbe. Für den (?)
Sprecher (?) Gabriel-Nox Koenig vom Bundesverband Trans geht die Entscheidung
des DFB „in die richtige Richtung“. Auch Thomas Hitzlsperger,
Verbandsbotschafter für Vielfalt, lobt die Entscheidung des DFB: „Der Fußball
steht für Vielfalt, und auch der DFB setzt sich dafür ein. Mit der Regelung des
Spielrechts schaffen wir weitere wichtige Voraussetzungen, um auch
Spieler:innen unterschiedlichster Geschlechteridentitäten das Spielen zu
ermöglichen“ (1).

Früher
stand der Fußball ganz sicher nicht für Vielfalt, sondern für eine homogene
Mannschaft (die Betonung liegt auf „Mann“), die nur durch ihren Teamgeist zu
Höchstleistungen fähig war. Vielfalt wird da eher als störend und damit als
leistungsmindernd empfunden. Bleibt abzuwarten, ob der DFB Ende des Jahres eine
besonders vielfältige Mannschaft mit Spielern vielfältiger oder ungeklärter Geschlechtsidentität
zur WM nach Katar entsendet.

Ihr
Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/474571/22-23

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