Genderwahn an Hochschulen ausgebrochen: „Einens ander Mitbewohnens hat sogar zwei Räder“

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Presse berichtete im Frühjahr 2021, dass an der Universität Kassel einem Lehramtsstudenten bei der Bewertung einer Arbeit Punkte abgezogen wurden, weil er anstelle der „geschlechtergerechten“ Sprache ausschließlich das generische Maskulinum verwendet habe (1). Auf der Internetpräsenz der Universität findet sich dazu der Hinweis, dass es zwar „keine hochschulweit geltende, einheitliche Regelung zur Verwendung von geschlechtergerechter Sprache“ gebe, es stehe jedoch im Sinne der Lehrfreiheit den „Lehrenden grundsätzlich frei, die Verwendung geschlechtergerechter Sprache als ein Kriterium bei der Bewertung von Prüfungsleistungen heranzuziehen“. Weiterhin findet sich dort folgender Hinweis: „Für Studierende: Ihre Lehrperson bzw. Ihr*e Prüfer*in sollte frühzeitig ankündigen, wenn geschlechtergerechte Sprache als Bewertungskriterium herangezogen wird. Sollten Sie sich unsicher sein, erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Lehrperson. Wenn Sie – unabhängig von Vorgaben – geschlechtergerechte Sprache verwenden möchten, spricht grundsätzlich nichts dagegen“ (2, 3).

Die Universitäten sind seit jeher Vorreiter in der Gendersprache. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als 200 Genderprofessuren. Eine davon wird von Lann Hornscheidt besetzt. Sie ist an der Uni Berlin tätig und weigert sich seit langem, sich in die Kategorie Mann/Frau einzuordnen. Vor einigen Jahren wollte sie mit „Sehr geehrtex Professx Hornscheidt“ angeredet werden, inzwischen bevorzugt sie die Formulierung „Sehr geehrtens Professens Hornscheidt“. Sie beschränkt sich aber nicht auf die Anrede, sondern möchte die gesamte Sprache umgestalten. So soll z.B. ein Gespräch über Fahrräder etwa so verlaufen: „Wens gehört das Rad? – Es ist ens Rad. – Haben alle solche Räder? – Ja, alle aktivens Radfahrens aus ens WG haben so ein Rad. Einens ander Mitbewohnens hat sogar zwei Räder“ (4). Und so gibt es zwischenzeitlich keine Studentenwohnheime mehr, kein Studentenwerk und überhaupt keine Studenten, sondern nur noch Studierende, die aber die meiste Zeit eben nicht studieren.

Auch wenn es bislang an den Universitäten für Studenten meist noch keine verbindlichen Vorgaben für die Verwendung der Gendersprache gibt, wächst der Anpassungsdruck. Jede Hochschule hat inzwischen einen Leitfaden zur gendergerechten Sprache, wobei Professoren, Mitarbeiter und Studenten gehalten sind, diesen zu beachten. Das ist zwar nicht verpflichtend, aber die Zahl der Lehrenden nimmt zu, die das Nichtverwenden der Gendersprache in der Bewertung negativ vermerken, auch wenn dies von einigen Rechtswissenschaftlern als mit den Grundsätzen des Prüfungsrechts für nicht vereinbar angesehen wird, da „geschlechtergerechte Sprache nicht dem amtlichen Regelwerk entspricht. Auch ein von der Universität Kassel in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu diesem Ergebnis. Der Gutachter – Juraprofessor Sachs – rät davon ab, die Gendersprache als allgemeines Prüfungskriterium heranzuziehen. Ungeachtet dessen hatte an der Universität Gießen kürzlich ein Student eine schlechtere Note erhalten, weil er in seiner Prüfungsarbeit nicht korrekt gegendert hatte (5).

Bleibt abzuwarten, ob diese Frage zukünftig höchstrichterlich entschieden werden muss oder ob der Gesetzgeber hier klare Vorgaben macht.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.hna.de/kassel/universitaet-kassel-gender-streit-noten-politik-sprache-90265076.html;

(2) https://www.welt.de/vermischtes/article229535073/Kassel-Student-benutzt-keine-genderneutrale-Sprache-Punktabzug.html;

(3) https://www.focus.de/regional/bayern/als-kriterium-bei-bewertung-uni-droht-studenten-mit-schlechten-noten-wenn-sie-nicht-gendergerecht-schreiben_id_13153653.html).

(4) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/466385/4

(5) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/468590/40

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