getöteter Augsburger Feuerwehrmann – gewaltbereite Migranten fallen immer wieder auf. Warum?

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Tötung eines Feuerwehrmannes in Augsburg hat die Diskussion um Migrantengewalt wieder neu entfacht. Die Tat wurde aus einer „Gruppe junger Männer“ heraus begangen, wobei viele Leser sofort einen Migrationshintergrund vermuteten, obwohl die Medien von „Deutschen“ und „Augsburger Jungs“ sprachen. Und sofort steht die Frage im Raum, ob Jugendliche mit Migrationshintergrund krimineller sind als andere und – falls ja – woran das liegen könnte. Auch Anna Sophia Lang – Journalistin bei der FAS – hat sich mit diesem Thema unter der Überschrift „Mal wieder junge Männer“ beschäftigt: „Sind migrantische Jugendliche gewaltbereiter als andere?“ (1).

Zunächst die Fakten: die Gruppe der Tatverdächtigen bestand aus sieben Männern im Alter von 17 bis 20 Jahren. Alle sieben sind „Augsburger Jungs“, fünf davon mit Migrationshintergrund. Der Haupttatverdächtige hat neben der deutschen auch die libanesische und türkische Staatsangehörigkeit. Einige der Tatverdächtigen sind polizeibekannt wegen verschiedener Delikte, darunter auch Körperverletzung. Insoweit nichts Besonderes. Was die FAS-Journalistin besonders empört, ist weniger die Tat als solche oder der Tod des Feuerwehrmannes, sondern das „Instrumentalisieren“ der Tat: „Also beginnt reflexartig das große politische Ausschlachten dieser Information durch Rechtspopulisten“ (1).

Und da sie die Fakten – „Migranten fallen häufiger auf“ – nicht leugnen kann, sucht sie nach den Ursachen und Gründen. Und die sind vielschichtig. Vor allem sind es die „sozioökonomischen Nachteile“ von Migranten, denn: sie „wachsen häufiger in sozial benachteiligten Familien auf und haben einen schlechteren Zugang zu Bildung (…) hinzu kommen familiäre Verhältnisse, in denen manche Eltern weniger Ressourcen in der Erziehung, Förderung und Beaufsichtigung haben“ (1).

Soll vermutlich bedeuten: die Täter sind für ihre Taten selbst nicht verantwortlich, sondern die Umstände: die soziale Benachteiligung und die fehlenden Bildungschancen. Tatsächlich stellt der Staat – im Unterschied zu vielen Herkunftsländern von Migranten – sämtliche Bildungseinrichtungen wie Schulen, Gymnasien und Universitäten kostenfrei zur Verfügung. Jeder kann diese Einrichtungen nutzen, wenn er möchte und wenn er bereit ist, die hierfür erforderliche Eigeninitiative und den Willen zur Bildung mitzubringen. Jeder, der einen Schul- oder Universitätsabschluss erwerben möchte, kann das ungehindert tun. Er muss jedoch bereit sein, selbst Leistung zu erbringen. Und diese Bereitschaft ist nicht bei jedem vorhanden.

Denn – so die Journalistin – migrantische Jugendliche haben häufig „Schwierigkeiten, sowohl den Erwartungen der Familie als auch denen der Gesellschaft gerecht zu werden“ (1). Richtig, denn diese Erwartungen sind nicht unbedingt deckungsgleich. Die (Leistungs-)Gesellschaft erwartet von jedem, dass er – entsprechend seinen Fähigkeiten – einen Schulabschluss erwirbt und eine Berufsausbildung erfolgreich abschließt, einer beruflichen Tätigkeit nachgeht und damit seinen Lebensunterhalt verdient. Die Erwartungen der Familie dagegen sind möglicherweise völlig anders. Bildung kann dort einen völlig anderen Stellenwert als in der Gesellschaft haben – oder auch eine andere Definition. In manchen Familien wird darunter das Auswendiglernen eines einzigen Buches verstanden, nicht aber eine Allgemeinbildung oder die Aneignung fachspezifischer Kenntnisse, die ständig in Frage gestellt und aktualisiert werden müssen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.faz.net//webreader-v3/index.html#/463821/10-11

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