Gewalt in Kliniken und Praxen nimmt zu, Ministerium will „interkulturelle Öffnung“

Guten Morgen liebe Hessen,

früher waren Arztpraxen und Krankenhäuser friedliche Orte. Kein Patient wäre auf den Gedanken gekommen, Ärzte oder anderes Personal anzugreifen – selbst dann nicht, wenn diesen offensichtliche Behandlungsfehler unterlaufen sind. Das hat sich heute entscheidend geändert. So wurde im August 2018 in Offenburg ein Arzt in seiner Praxis von einem Patienten erstochen. Täter war ein Asylbewerber als Somalia, der davon ausgegangen war, bei einer vorangegangenen Blutentnahme von dem Arzt „vergiftet“ worden zu sein (1).

Leider kein Einzelfall. In Praxen und Kliniken kommt es immer häufiger zu Auseinandersetzungen mit Patienten und Besuchern. Ende März dieses Jahres hatten im Vivantes-Klinikum in Berlin-Spandau Familienangehörige und Freunde eines niedergestochenen Mannes über längere Zeit die Notaufnahme blockiert. Anfang November kam es in einer Tempelhofer Klinik zu einer Schlägerei zwischen Familienangehörigen. Der Streit brach im Krankenzimmer aus und setzte sich später mit bis zu 30 Männern auf der Straße fort. Berliner Krankenhäuser haben daher beim Sicherheitspersonal massiv aufgerüstet. Das hauseigene Sicherheitspersonal der Charite kommt jährlich bei etwa 800 „Ereignissen“ zum Einsatz (2).

Ein Internist einer Kölner Klinik berichtet, dass er an einem Tag nur noch durch das Kellergewölbe seiner Klinik und unter Polizeischutz an seinen Arbeitsplatz kommen konnte. Bedroht wurde er von einer Roma-Familie, die sich im Klinikum aufgehalten hatten, in dem ein Angehöriger behandelt wurde. Als er die Familie aufgefordert hatte, das Krankenhaus zu verlassen, weil sie den Betrieb stören würden, drohten sie ihm mit Gewalt. Als Ursache der zunehmenden Gewalt nennt er kulturelle Unterschiede: „wir haben in Deutschland einen ganz anderen Umgang mit Diagnosen und Schmerzen, als in vielen anderen Kulturkreisen“ (3).

Der Chefarzt einer Klinik für Chirurgie beobachtet gerade bei Migranten eine unangemessene Anspruchshaltung. Patienten kämen häufig nachts in die Notaufnahme, obwohl sie keine Notfälle sind. Wenn der behandelnde Arzt dann die Situation klären will, kommt es oft zu Beleidigungen: „Das ist eine Aushöhlung unserer Ressourcen. Wir haben hier sehr viele Patienten, die in ihrem Heimatland niemals behandelt werden würden, und hier fordern sie dann selbstverständlich und oft mitten in der Nacht eine Behandlung ein“. Und auch der Rettungsdienst wird häufig von Migranten gerufen, obwohl kein Notfall vorliegt, sondern irgendeine banale Störung des Wohlbefindens. Die Situation laufe dann regelmäßig aus dem Ruder, wenn dem Patienten dann erklärt wird, dass der Notarzt nur bei echten Notfällen zu rufen ist (3).

Nicht wenige Migranten betrachten den Arzt als Dienstleister, dem er vorschreiben kann, was er zu tun hat. Besonders schwierig sei die Situation für Ärztinnen, deren Kompetenz von den meisten muslimischen Männern nicht akzeptiert wird. Das Gesundheitsministerium sieht eine „Lösung“ in der „interkulturellen Öffnung des Gesundheitswesens und speziell auch der Krankenhäuser“ (3). Gemeint ist damit vermutlich die individuelle Einstellung des Gesundheitswesens auf die Bedürfnisse von Zuwanderern. Unser Gesundheitswesen hat sich jedoch über Jahrzehnte – so wie es ist – bestens bewährt. Es gibt keinen Grund, das System „interkulturell“ zu öffnen. Wem unser Gesundheitssystem nicht passt, muss es nicht in Anspruch nehmen. Er kann sich auch woanders behandeln lassen. Zum Beispiel im Heimatland.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.merkur.de/welt/messerattacke-in-offenburg-arzt-erstochen-angeklagter-soll-in-psychiatrie-zr-10123981.html

(2) https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/clan-alarm-und-schlaegereien-berliner-kliniken-ruesten-auf-66128818.bild.html

(3) https://rp-online.de/nrw/panorama/gewalt-und-beleidigung-im-krankenhaus-der-weisse-kittel-schuetzt-laengst-nicht-mehr_aid-16724641

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