Gleisstoßer in Voerde, Wien & Frankfurt zeigen: Armlänge Abstand reicht nicht zum Schutz vor unkontrollierbaren psychisch kranken Migranten

Guten Morgen liebe Hessen,

Während die Diskussion um die Sicherheit auf Bahnsteigen schon wieder beendet ist, wird deutlich: Frankfurt und Voerde sind keine Einzelfälle. Bereits Anfang Mai kam es zu einer ähnlichen Attacke an der U-Bahn-Station Westbahnhof in Wien. Ein 36-jähriger wurde vor einen einfahrenden Zug gestoßen und überlebte schwerverletzt (1).

Der „mutmaßliche“ Täter: der 20-jährige Mohammed Y., aufgewachsen im Irak und 2015 mit seiner Familie nach Österreich eingewandert. Dort besuchte er unregelmäßig Deutschkurse, ging keiner Arbeit nach, sondern lebte von Sozialhilfe. Er leidet an Schizophrenie, die sich durch häufigen Konsum von Haschisch und Ecstasy verstärkte. Da er gegen seine Eltern immer wieder Morddrohungen ausstieß, wurde er mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen. Zuletzt floh er aus der geschlossenen Abteilung, nahm die verordneten Medikamente nur unregelmäßig. Das Tatopfer beschuldigt die Behörden wegen Untätigkeit: „denn Mohammed Y. galt doch schon seit 2018 als eine ,tickende Zeitbombe‘“ (1).

Dieser Fall zeigt exemplarisch eine Gefahr, die bislang von vielen unterschätzt wird: psychische Erkrankungen bei Geflüchteten. Durch die Zustände in den Herkunftsländern und die Fluchterfahrung sind viele Personen schwer traumatisiert (2). Vor allem Geflüchtete aus Syrien leiden häufig an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), Depressionen oder einer generalisierten Angststörung. Betroffen davon ist fast jeder dritte syrische Flüchtling (3). Psychische Probleme bleiben jedoch meist unerkannt (4). Vor allem tragen auch Migrantenkinder ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, da sie in einem „enormen kulturellen und emotionalen Spannungsfeld aufwachsen“ (5).

Psychisch Erkrankte können u.U. unkontrollierte Handlungen begehen, die nicht vorhersehbar und sich im Einzelfall auch gegen unbeteiligte Personen richten können. So wie im Fall des Wiener Täters, der sich vor Menschen fürchtete, die Sonnenbrillen tragen. Sein Opfer trug auf dem Bahnsteig eine Sonnenbrille – vielleicht wurde er nur deshalb zum Opfer (1). Immerhin war die psychische Störung des mutmaßlichen Täters den Behörden bekannt, die aber möglicherweise ihrer Verpflichtung, die Gesellschaft vor diesem zu schützen, nicht nachgekommen war.

Viel beunruhigender sind jedoch diejenigen Täter, die jahrelang unauffällig bleiben und dann plötzlich außer Kontrolle geraten. So wie der mutmaßliche Täter von Frankfurt: ein scheinbar über 13 Jahre gut integrierter Geflüchteter, der einer Arbeit nachgeht und über lange Zeit völlig unauffällig lebt. Und dann von einem Tag auf den anderen ohne erkennbaren Anlass andere Personen attackiert. Da kommen wahrscheinlich verschiedene Faktoren zusammen: die Disposition zu einer psychischen Erkrankung, die Erfahrungen im Heimatland und auf der Flucht und die Enttäuschung, im Zielland nur einen schlecht bezahlten Job zu bekommen (wenn überhaupt) und auch nach Jahren dort am unteren Ende der sozialen Skala zu stehen – ohne Aussicht auf Änderung.

Hier wird sich die Gesellschaft irgendwann fragen müssen, wie viele solcher Fälle sie sich leisten kann und will.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.krone.at/1979202
(2) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/70830/Psychische-Erkrankungen-bei-Fluechtlingen-bereiten-Experten-Sorge
(3) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98605/Fast-jeder-dritte-syrische-Fluechtling-psychisch-krank
(4) https://www.aerzteblatt.de/archiv/66991/Traumatisierte-Fluechtlinge-Psychische-Probleme-bleiben-meist-unerkannt
(5) https://www.aerzteblatt.de/archiv/151410/Migrantenkinder-Erhoehtes-Risiko-fuer-psychische-Erkrankungen

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