Großfamilien feierten muslimisches Fastenbrechen, Corona Ausbruch in Folge führt zur Schließung von Kindergärten,Schulen & Vereinen in Göttingen

Guten Morgen liebe Hessen,

Deutschland ist bislang relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Die Zahl der Infizierten ist im Vergleich zu anderen Ländern gering. Die Maßnahmen zur Verhinderung der Virus-Ausbreitung wurden zwar relativ spät verhängt, dann aber von der Bevölkerung weitgehend konsequent beachtet. Die Zahl der Verstöße blieb vergleichsweise gering. Dabei gab es aber immer wieder unrühmliche Ausnahmen. Wie zum Beispiel in Göttingen.

Dort hatten sich in kurzer Zeit mehr als 120 Personen infiziert. Betroffen sind vor allem Bewohner eines Hochhaus-Komplexes, in dem etwa 600 Personen gemeldet sind, aber nach Angaben der Behörden mehr wohnen. Nach Auskunft eines Sprechers der Staatsanwaltschaft ist der Wohnkomplex seit Jahren ein Schwerpunkt in der Arbeit der örtlichen Strafverfolgungsbehörden. Der Ausbruch steht im Zusammenhang mit mehreren privaten Familienfeiern zum muslimischen Zuckerfest, bei dem gegen Corona-Regeln verstoßen wurde. In der Anlage hatten die Angehörigen mehrerer Großfamilien, die aus dem früheren Jugoslawien stammen, bei Feiern zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gegen die Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen. Eine Sprecherin der Stadt: „Wir wissen, dass das Ausbruchsgeschehen mit mehreren privaten Familienfeiern in Zusammenhang steht“. Auch in einer Göttinger Shisha-Bar, die trotz des Verbots geöffnet war, könnte sich das Virus unter den Gästen verbreitet haben. Dazu der Göttinger Oberbürgermeister: „Es sind mehrere große Familienverbände Verursacher dieser Situation“. Auch eine Shisha-Bar habe „eine nicht unwesentliche Rolle“ gespielt. Dort sollen Mundstücke von mehreren Personen benutzt worden sein (1, 2).

Bei den Feiern sei das Distanzgebot nicht eingehalten worden (3). Nach dem Coronavirus-Ausbruch in dem Göttinger Wohnblock erklärten Bewohner der Anlage, dass sie aus Angst vor den Familien-Clans ausziehen wollen: „Die haben 20 Wohnungen, nehmen keinerlei Rücksicht, beschmieren Flure, bepöbeln Bewohner, verschachern vor dem Gebäude alte Autos“ (1).

Ein Team des Nachrichtensenders „Welt“ wurde von Bewohnern des Wohnkomplexes bedroht und beleidigt, als sie über das Geschehen berichten wollten. Erst unter Polizeischutz konnten sie weiterarbeiten (3). Wie der NDR berichtete, wird die Klärung der Infektionskette durch mangelnde Kooperation der Beteiligten behindert. Von 90 Personen, die zu einem Test aufgefordert worden waren, sind nur etwa 15 zur Untersuchung erschienen (4).

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen sind bei der zuständigen Ordnungsbehörde etwa 500 Verfahren anhängig. Unter den Infizierten sind auch zahlreiche Kinder. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollen alle Göttinger Schulen geschlossen werden (1). Die Behörden ordneten an, sämtliche Schulen und einige Kindergärten der Stadt vorübergehend zu schließen (5). Da einige der Infizierten und der Kontaktpersonen in Vereinen aktiv sind, wird der Trainingsbetrieb in allen Vereinen mit Kontakt- und Mannschaftssportangeboten eingestellt (3).

Hier wird besonders deutlich, dass während einer Pandemie wenige Personen, die nicht bereit sind, Regeln einzuhalten, durch ihr Verhalten zum einen eine erhebliche Gefährdung für viele Unbeteiligte darstellen und zudem immense zusätzliche Kosten für die Solidargemeinschaft verursachen können.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/gesundheit/news/goettingen-120-infizierte-hunderte-kinder-muessen-jetzt-in-quarantaene_id_12052954.html
(2) https://epaper-ifnp.fnp.de/webreader-v3/index.html#/464593/2-3
(3) https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/160-personen-in-quarantaene-nach-corona-ausbruch-in-goettingen-16794349.html
(4) https://www.bild.de/news/inland/news-inland/corona-ausbruch-nach-familienfeiern-160-personen-in-quarantaene-70974522.bild.html
(5) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/464849/2

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