Grüner Volker Beck ersetzt Uwe Becker (CDU): Beispiel für aktuelle Entwicklung in Deutschland

Guten
Morgen liebe Hessen,

Kürzlich
berichtete die BILD-Zeitung unter der Überschrift „Volker Beck ersetzt Uwe
Becker“, dass Uwe Becker (CDU) nicht mehr für das Amt des Präsidenten der
deutsch-jüdischen Gesellschaft kandidiert habe und seine Nachfolge der Grünen-Politiker
Volker Beck angetreten habe. Unabhängig davon, welche Bedeutung man der
deutsch-jüdischen Gesellschaft zumessen möchte, ist der Wechsel an dessen
Spitze bemerkenswert. Denn ersetzt wird nicht nur ein CDU-Politiker durch einen
(ehemaligen) Politiker der Grünen, sondern eine überaus integre und völlig
skandalfreie Persönlichkeit durch eine dubiose Figur, über die mehrfach äußerst
negativ in der Presse berichtet wurde.

Uwe
Becker stammt aus Frankfurt, hat eine abgeschlossene Berufsausbildung mit
anschließender Berufstätigkeit (Bankkaufmann) und war über 20 Jahre in der
Frankfurter Kommunalpolitik tätig – zunächst als Stadtverordneter, später als
Stadtkämmerer und Bürgermeister. Nach seiner Abwahl im Zuge der Kommunalwahl
2021 wurde er Staatssekretär in der Hessischen Landesregierung. Becker
vermittelt zwar hin und wieder einen drögen und langweiligen Eindruck, hat
seine Ämter jedoch stets überaus korrekt und kompetent geführt und war zu
keinem Zeitpunkt in irgendwelche Skandale oder dubiose Machenschaften
verwickelt. Becker wird voraussichtlich Nachfolger des derzeitigen überaus
peinlichen Oberbürgermeisters Feldmann werden – nicht zuletzt deshalb, weil er
frei von allen Skandalen ist.

Ganz
anders Volker Beck, der Beckers Funktion in der deutsch-jüdischen Gesellschaft
übernimmt. Beck absolvierte nach seinem Abitur 1980 den Zivildienst und studierte
Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik an der Universität Stuttgart. Er
brach sein Studium jedoch nach vier Jahren ohne Abschluss ab (1) – damals wie
heute beste Voraussetzung für eine Karriere bei den Grünen. Und so wurde Beck
1987 Schwulenreferent bei der Bundestagsfraktion der Grünen, bis er 1994 selbst
Bundestagsabgeordneter wurde und in seiner Fraktion rechtspolitischer,
innenpolitischer und religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion war. 2017
unterlag er bei seiner Bewerbung um einen Listenplatz – vermutlich weil er im Februar 2016 in eine Polizeikontrolle geriet,
wobei 600 mg einer „betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ (vermutlich Crystal
Meth) entdeckt wurde. Die Staatsanwaltschaft Berlin nahm das Verfahren auf, das
im April wegen „geringer Schuld“ gemäß § 153a StPO gegen Zahlung einer
Geldauflage von 7000 Euro eingestellt wurde. Beck war bereits früher negativ
aufgefallen, da er sich in einem 1988 erschienenen Text in dem Sammelwerk „Der
pädosexuelle Komplex“ für die Entkriminalisierung der Pädosexualität
ausgesprochen hatte. Später erklärte er, der Text sei von ihm seinerzeit nicht
autorisiert und zudem inhaltlich verfälscht wiedergegeben worden. Spiegel
Online berichtete dagegen, dass der Buchbeitrag Becks „nicht inhaltlich
verfälscht worden“ sei und nannte die Erklärung Becks eine „Täuschung der
Öffentlichkeit“. Zugleich veröffentlichte der Spiegel Becks Original-Manuskript
(2). Beck versuchte daraufhin, die Veröffentlichung seines Originalmanuskripts
durch den Spiegel gerichtlich zu unterbinden, scheiterte jedoch 2020 vor dem
Bundesgerichtshof (Az. I ZR 228/15).

Der
Übergang von Becker zu Beck mag nebensächlich erscheinen, ist aber
symptomatisch für die Entwicklung in Deutschland. Kompetente und seriöse
Vertreter werden zunehmend ersetzt durch fragwürdige und dubiose Gestalten.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) Markus Wehner: Deutsche
Spitzenpolitiker verschleiern ihre Studienabbrüche. In: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung. 26. Mai 2013, abgerufen am 26. Mai 2013

(2) Ann-Katrin Müller: Grüne: Volker
Beck täuschte Öffentlichkeit über Pädophilie-Text. In: Spiegel Online. 20.
September 2013, abgerufen am 9. Juni 2018.

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