Guter Rassismus, schlechter Rassismus? Medialer Aufschrei nur, wenn Täter weiß ist

Guten Morgen liebe Hessen,

Tötungsdelikte können aus den unterschiedlichsten Motiven begangen werden. Ein derzeit häufig genanntes – und als besonders verwerflich angesehenes – Motiv ist der „Rassismus“. Von diesem Motiv wird immer dann ausgegangen, wenn jemand deshalb getötet wird, weil er einer bestimmten ethnischen Gruppe oder einer bestimmten Religion angehört oder eine bestimmte sexuelle Orientierung aufweist. Dabei gibt es jedoch erhebliche Unterschiede – je nachdem wer die Tat begangen hat und wer Opfer ist.

Eines der prominentesten Opfer des letzten Jahres war ohne Zweifel George Floyd, der am 25.05.2020 im Zuge seiner Festnahme zu Tode kam. George Floyd war zwischen 1997 und 2007 insgesamt neun Mal wegen verschiedener Straftaten verurteilt worden, u.a. wegen Drogendelikten, Diebstahl, Hausfriedensbruch sowie Raub mit einer tödlichen Waffe. 2009 wurde er dann wegen eines bewaffneten Raubüberfalls zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt (1). Ein weniger prominentes Opfer war der Tourist, der im Herbst in Dresden Opfer eines Messerangriffs wurde. Der war am 04.10.2020 mit seinem – wohl erkennbar schwulen – Lebenspartner in Dresden unterwegs. Beide wurden unvermittelt mit einem Messer attackiert, er selbst getötet und sein Partner schwer verletzt. Tatverdächtig ist der zur Tatzeit 20-jährige Syrer Abdullah Al H., der 2015 als Asylbewerber in das Bundesgebiet eingereist war. Er besaß eine Duldung, obwohl er u.a. wegen Mitgliederwerbung für den „Islamischen Staat“, Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Erschleichen von Leistungen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt wurde. Das Gericht stellte dabei fest, dass Abdullah Al H. Anhänger des „Islamischen Staates“ sei und einen Anschlag in Dresden geplant habe. Wenige Tage nach seiner Haftentlassung beging er seine vorläufig letzte Tat, in deren Verlauf eine Person getötet wurde (2).

Die zwei Taten, in deren Verlauf Personen aus vermutlich „rassistischen“ Motiven getötet wurden, haben jedoch völlig unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der Tod des farbigen Straftäters George Floyd führte weltweit zu Protesten gegen „rassistische“ Polizeigewalt, weil der Täter ein weißer Polizist und das Opfer farbig war. Teilweise kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Über Monate wurde der Fall immer wieder zum Anlass genommen, Proteste gegen die Polizei im Allgemeinen und „weiße“ Polizeibeamte im Speziellen zu artikulieren. Gerade auch in Deutschland fanden massive Proteste gegen die hiesige Polizei statt, obwohl diese mit dem Fall in keiner Weise befasst war und es auch in Deutschland keine vergleichbaren Fälle gibt. Aber für bestimmte im linken Spektrum verortete Personen wird die Konstellation – weißer Polizist misshandelt dunkelhäutige Person – gerne verwendet, um der Polizei weltweit rassistisches Verhalten zu unterstellen. Andere Konstellationen werden dagegen grundsätzlich nicht zum Anlass für Rassismus-Vorwürfe genommen. Zu dieser Konstellation gehören grundsätzlich Delikte mit Tätern aus dem islamischen Kulturkreis. Diese Taten werden entweder verschwiegen oder bagatellisiert, als „Einzelfälle“ abgetan oder mit einer psychischen Erkrankung erklärt. Und so gibt es einen schlechten Rassismus („weiß“ gegen „schwarz“) und einen guten Rassismus („rechtgläubig“ gegen „ungläubig“).

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) Sachin Jangra: George Floyd Criminal Past Record/Arrest History/Career Timeline: Baggie, Gun Pregnant and All Details. The Courier Daily, 11. Juni 2020
(2) DER SPIEGEL: Terroranschlag in Dresden: Ermittler prüfen Schwulenhass als Tatmotiv – DER SPIEGEL – Panorama

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