HUMANITÄRE ERPRESSUNG NACH BEIRUT EXPLOSION: Entweder der Westen hilft oder wird überschwemmt mit sogenannten Flüchtlingen

Guten Morgen liebe Hessen,

Nach der Explosion im Hafen von Beirut gibt es zahlreiche Hilfsaktionen, die die Not der zahllosen betroffenen Bewohner lindern sollen. UNO und EU, die USA und verschiedene EU-Länder – darunter auch Deutschland – haben bereits Hilfe zugesagt oder sind bereits aktiv. Mehrere Organisationen haben Spendenkonten eingerichtet – u.a. die Unicef, das Deutsche Rote Kreuz, der Verein Islamic Relief Deutschland und die Hilfsorganisation Care (1). Die Hilfsmaßnahmen sollen dem Land bei der Beseitigung der Schäden helfen und die hierfür erforderliche Infrastruktur zur Verfügung stellen. Ziel aller Maßnahmen sollte es sein, die Funktionsfähigkeit des Staates zu sichern bzw. wiederherzustellen.

Hierzu gibt es jedoch auch andere Vorstellungen – wie etwa die des „Nahost-Experten“ (wie wird man eigentlich Nahost-Experte?) Abdel Mottaleb El Husseini, der kürzlich dem FOCUS ein Interview gab. Der Experte hat die Verantwortlichkeit dem Westen zugewiesen: „Der Westen muss weiter Druck auf die Regierung und der Opposition ausüben, dass sich der Libanon reformiert“ (2). Als ob der Libanon kein souveräner Staat wäre und derzeit zahlreiche ehemalige Kolonien Reparationen in Milliardenhöhe von den ehemaligen Kolonialmächten fordern würden.
Und weiter: „Wenn die Krise weiter geht, werden Flüchtlinge versuchen, wieder zu flüchten. Das lässt sich nicht vermeiden. Die Libanesen versuchen, das Land zu verlassen, da sie dort keine Perspektive mehr haben. Wenn der Westen das Land nicht stabilisieren kann, dann kommt auf Europa eine Flüchtlingswelle zu“ (2). Das ist also die Alternative:

entweder der Westen hilft, das Land zu stabilisieren – eine Aufgabe, die eigentlich der Bevölkerung zukommt – oder wird überschwemmt von Flüchtlingen. Dabei ist die Instabilität eines Landes und die scheinbar fehlende Perspektive der Bewohner kein Fluchtgrund. Im Gegenteil: die Situation sollte bei den Libanesen alle Kräfte mobilisieren, ihr Land wieder zu organisieren und aufzubauen – selbstverständlich mit externer Hilfe, soweit dies erforderlich ist.

Rückblick: Deutschland lag 1945 in Trümmern, ein Großteil der Wohngebäude, Industrieanlagen und Verkehrsinfrastruktur war zerstört, ein erheblicher Teil des Landes unter fremder Verwaltung. Viele Bewohner sahen damals keine Perspektive angesichts des Umfangs der Zerstörung. Aber kaum einer wäre auf die Idee gekommen, deshalb das Land zu verlassen und sich in das intakte Sozialsystem anderer Länder zu begeben. Im Gegenteil: die Bewohner wollten ihr zerstörtes Land wiederaufbauen und haben dies – mit Unterstützung v.a. der USA – auch binnen kürzester Zeit geschafft. Diese Möglichkeit kommt für den Nahost-Experten aber offensichtlich nicht in Betracht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.spiegel.de/politik/ausland/so-will-die-welt-dem-libanon-helfen-a-055a36fc-ebd0-498a-93b7-e62a9ad41789
(2) https://www.focus.de/politik/ausland/unglueck-in-beirut-laesst-sich-nicht-vermeiden-nahost-experte-befuerchtet-fluechtlingswelle-nach-beirut-explosion_id_12295218.html

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