Impfpflicht – JA oder NEIN? Ideologische Sichtweise wie die der Grünen ist gesundheitsgefährdent

Guten Morgen liebe Hessen,

früher machten alle Kinder die üblichen Kinderkrankheiten wie Masern oder Scharlach durch und behielten in der Regel eine lebenslange Immunität. In seltenen Fällen hinterlassen Kinderkrankheiten jedoch auch bleibende Schäden – wie etwa die Masern-Encephalitis. Heute gibt es gegen praktisch alle Kinderkrankheiten gut verträgliche Impfungen.

Ob im Einzelfall ein Kind geimpft wird oder nicht, entscheiden die Eltern. Während viele Jahre die Impfungen nicht in Frage gestellt wurden, werden diese von vielen Eltern zunehmend abgelehnt – weil nicht natürlich bzw. nicht „bio“. Die Impfquote für die (zweizeitige) Masernimpfung liegt in Deutschland derzeit bei nur noch etwa 75 %. Damit ist der sog. „Herdenschutz“ gefährdet, d.h. der Effekt, dass innerhalb einer Population bei hoher Impfquote auch die wenigen Ungeimpften geschützt sind. Dies ist wichtig, da es für jede Impfung auch Kontraindikationen gibt, die eine Impfung im Einzelfall verbieten. Der „Herdenschutz“ tritt – je nach Kontagiosität der Erkrankung – bei einer Impfquote von 80 bis 95 % ein.

Die Impfung hat insoweit nicht nur die Funktion eines Schutzes für das jeweilige Individuum, sondern für eine ganze Gruppe von Menschen. Im Idealfall lässt sich durch konsequente und weitgehend vollständige Durchimpfung eine Erkrankung vollständig eliminieren. Ein Beispiel hierfür sind die Pocken, die es aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Impfung seit 1977 nicht mehr gibt.

Aktuell ist – aufgrund zunehmender Erkrankungsfälle – vor allem die Masernimpfung in der Diskussion. Allein 2018 infizierten sich europaweit 82.500 Menschen mit dem Masernvirus, 72 Todesopfer waren zu beklagen. Der Bundesgesundheitsminister plant die Einführung einer Impfpflicht. Alternativ wäre denkbar, in Kitas nur geimpfte Kinder aufzunehmen. Die Einführung einer Impfpflicht bietet die perspektivische Chance, die potentiell gefährliche Erkrankung Masern zu eliminieren. Die praktische Durchführung würde jedoch derzeit daran scheitern, dass aktuell kein Monoimpfstoff verfügbar ist, sondern nur Kombinationspräparate.

Die Grünen sind gegen eine Impfpflicht, vermutlich um ihr anthroposophisches und Homöopathie-affines Wählerklientel nicht zu verärgern. Man sollte sich dem – durchaus schwierigen – Thema jedoch ideologiefrei nähern. Die Entscheidung, ob eine Impfpflicht eingeführt werden soll, sollte ausschließlich unter dem Aspekt der Risikoanalyse und -abwägung getroffen werden. Und unter diesem Blickwinkel spricht viel für die Einführung der verpflichtenden Masern-Impfung.

Für eine ideologische Betrachtung eignet sich das Thema nicht.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

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