Impfteams in Frankfurter Moscheen verdeutlichen Zusammenhang zwischen Herkunftsregion und deren Integrationsbereitschaft

Guten Morgen liebe Hessen,

„Impfen im Gotteshaus“ – so betitelte die FAZ kürzlich einen Beitrag zum Thema Corona-Impfung. Bei dem angesprochenen „Gotteshaus“ geht es aber weder um eine katholische Kirche, eine orthodoxe Kapelle, einen Sikh-Tempel oder eine Synagoge, sondern um eine Moschee. Denn – so der Bericht – die Möglichkeit, sich immunisieren zu lassen, wurde unterschiedlich wahrgenommen. Genauer: bestimmte Gruppen haben die Möglichkeit wenig oder überhaupt nicht genutzt. Und deshalb schickt die Stadt Frankfurt Impfteams in die Moscheen der Stadt. Ganz offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Abneigung gegen die Impfung und der Religion. Denn wenn die Stadt Impfverweigerer gezielt in Moscheen sucht, muss sie diese unter den Anhängern der Religion des Friedens suchen (1).

Dabei unterstellt sie jedoch nicht, dass ein Zusammenhang zwischen Religion und Impfverweigerung besteht – also dass etwa die islamische Religion eine Impfung verbiete oder ablehne. Vielmehr versucht die Stadt, durch mobile Impfteams solche Menschen zu erreichen, die Probleme haben, sich selbst um einen Impftermin zu bemühen, selbst wenn sie einer Risiko- oder Priorisierungsgruppe angehören. Nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamtes sind es oft Sprachbarrieren, die die Menschen davon abhielten. Denn oft fehle es an Aufklärung in der Muttersprache (1).

Damit haben erstmals politisch verantwortliche Politiker eindeutig zugegeben, dass es einen Zusammenhang zwischen der Religion von Zuwanderern einerseits und deren Kenntnissen der deutschen Sprache andererseits gibt. Oder anders – und etwas weitreichender – formuliert: einen Zusammenhang zwischen Herkunftsregion von Zuwanderern und deren Integrationsbereitschaft. Denn diese zeigt sich zunächst und in erster Linie in der Bereitschaft, die Sprache des Einwanderungslandes zu erlernen. Und diese ist offensichtlich bei Zuwanderen aus dem orientalischen Kulturkreis geringer als bei Zuwanderern anderer Regionen – und das obwohl es zahllose und niedrigschwellige Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache gibt. Aber die werden offensichtlich eher von chinesischen, vietnamesischen oder russischen Zuwanderern genutzt.

Und es ist natürlich viel bequemer, wenn man sich als Zuwanderer weiterhin in der Muttersprache verständigen kann. Und das ist immer dann relativ leicht, wenn es bereits eine große Community aus der Heimat gibt. In vielen Städten gibt es Läden, Kneipen, Ärzte und Rechtsanwälte, die türkisch oder arabisch können, so dass für Zuwanderer überhaupt keine Notwendigkeit besteht, deutsch zu lernen. Unterstützt wird dies durch die Kommunen und Behörden, die nicht nur Merkblätter in zahllosen Sprachen vorhalten, sondern meist auch noch Mitarbeiter beschäftigen, die die gängigen Sprachen der Zuwanderer beherrschen. In Frankfurter Ämtern wird eine Anleitung zum Ausfüllen eines Rentenantrags in 20 (zwanzig!) Sprachen vorgehalten. Somit erwarten die Behörden selbst von Zuwanderern, die jahrzehntelang in Deutschland einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen sind, basale deutsche Sprachkenntnisse, wie sie zum Ausfüllen eines einfachen Rentenantrags erforderlich sind.  

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467069/42

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