Importierte Clan-Kriminalität – Bande zerstört unersetzbare Sammlung

Guten Morgen liebe Hessen,

Ende November 2019 ereignete sich in Dresden ein beispielloses Verbrechen: in der Nacht wurden aus dem Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses 21 Exponate mit mehr als 4.300 Diamanten im Gesamtwert von mehr als 110 Mio. Euro entwendet. Die Sammlung wurde vor dreihundert Jahren durch den Sachsen-Kurfürst August der Starke zusammengetragen. Die Sammlung überdauerte Krisen und Kriege und sogar die Zerstörung Dresdens zu Ende des zweiten Weltkrieges. Der kulturelle Wert der entwendeten Exponate ist nicht zu beziffern. Die Direktorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dazu: „Die Seele der Sachsen ist getroffen“ (1). Die Beute ist bis heute verschwunden (2). Der Direktor des Grünen Gewölbes hofft, dass die Exponate wieder auftauchen: „Wir werden nicht eher ruhen, bis wir die Juwelen wiederhaben“ (3). Die Hoffnung, dass dies der Fall sein wird, ist eher gering. Denn die Täter haben vermutlich die Exponate zwischenzeitlich zerlegt und in Einzelteilen verkauft.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt 46 Tatbeteiligte, von denen derzeit jedoch nur 6 vor Gericht angeklagt sind (3). Die 6 Angeklagten sind im Alter von 22 bis 28 Jahren und sind sämtlich Mitglieder einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie (2) – unter ihnen Wissam (25), Mohamed (22), Ahmed (23), Bashir (26) und Rabieh (28) (3). Zwei der Angeklagten – Wissam und Ahmed R. – standen zum Zeitpunkt der Tat im November 2019 wegen des Diebstahls der 100-Kilo-Goldmünze aus dem Bode-Museum vor Gericht, befanden sich jedoch nicht in Untersuchungshaft. Die Dresdner Tat begingen sie dann an einem der verhandlungsfreien Tage. Wissam R. wurde zwischenzeitlich für den Diebstahl der Goldmünze verurteilt (1). Die Großfamilie R. stammt ursprünglich aus dem Osten der Türkei und kam in den achtziger Jahren über den Libanon nach Deutschland. Zu dem Familienclan gehören etwa 1.000 Familienmitglieder, von denen sich 200 in den Akten der Polizei finden. Mitglieder der Familie werden oft schon im jugendlichen Alter von zehn Jahren kriminell, teilweise mit schweren Delikten wie Einbruchdiebstahl. Die Behörden brachten der Familie bislang „eine erstaunliche juristische Milde gegenüber“ auf. Die Familienmitglieder besitzen heute meist die deutsche Staatsangehörigkeit – unter ihnen auch die sechs Tatverdächtigen (1).

Kürzlich begann der Prozess vor dem Landgericht Dresden, der – zunächst – mit 50 Verhandlungstagen bis Ende Oktober 2022 geplant ist (3). Vermutlich wird der Prozess länger dauern, da die – vermutlich gut honorierten – Verteidiger kein Mittel unversucht lassen werden, um den Prozess zu verzögern oder ganz platzen zu lassen. So bezeichneten sie bereits jetzt die zahlreichen am Tatort gesicherten DNA-Spuren der Angeklagten als „keine objektiven Beweismittel“. In seiner Anklageschrift bezeichnet der Staatsanwalt die Tat als „Diebstahl einzigartiger und unersetzbarer Schmuckstücke von überragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung“ (2).

Der Prozess dürfte sich äußerst schwierig gestalten und – falls überhaupt – zu einer milden Bestrafung führen. Die Beute wird auf Dauer verschwunden bleiben. Und selbstverständlich werden die Täter nicht abgeschoben, weil sie längst die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/472658/46-47

(2) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/472660/32-33

(3) https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/juwelen-raub-im-gruenen-gewoelbe-prozess-gegen-sechs-clan-mitglieder-78964246.bild.html

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