„Integrationsforscherin“ meint Bundesliga ist rassistisch, weil kein Torhüter schwarz ist

Guten Morgen liebe Hessen,

Es gibt inzwischen zahllose Studien über Rassismus und Diskriminierung, die im Ergebnis wohl überwiegend das Ziel haben, „strukturellen Rassismus“ in Deutschland nachzuweisen. Die aktuellste – noch nicht publizierte – Untersuchung befasst sich mit der Hautfarbe von Torwarten in der Bundesliga. Ergebnis der Studie der „Integrationsforscherin“ Tina Nobis von der Humboldt-Universität in Berlin: kein einziger der 121 Bundesliga-Torhüter (erste und zweite Liga) ist schwarz. Wenn einzelne Vereine keine schwarzen Torhüter beschäftigen – so die „Forscherin“ – könne das Zufall sein, aber wenn es in der gesamten Liga keinen einzigen gibt, kann das nur Folge einer gezielten Diskriminierung sein. Dabei sind derzeit etwa 20 Prozent aller Bundesliga-Spieler dunkelhäutig. Die einzelnen Positionen sind jedoch ungleich besetzt: im Sturm sind 25 Prozent der Spieler schwarz, auf den offensiven Außenbahnen 37 Prozent, im Mittelfeld dagegen deutlich weniger als 20 Prozent (1).

Diagnose der Autorin: „Racial Stacking“ ist auch im Sport zu beobachten. Gemeint ist damit, dass wichtige Positionen von weißen Personen eingenommen werden, während Dunkelhäutige überproportional dort vertreten sind, wo „körperliche Merkmale eine relevante Rolle spielen“. Die unterschiedliche Besetzung von Positionen entstehe dabei durch „rassistische Zuschreibungen und Vorstellungen“. Gemeint ist damit die – unbegründete – Annahme, dass weiße Fußballer spielintelligent seien, schwarze dagegen vor allem athletisch (1). Der Trainer des 1. FC. Köln hatte kürzlich nach der Niederlage seines Vereins gegen Bayer Leverkusen nach den Gründen für den Erfolg des Gegners gesucht: „Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, ihre – ja, den einen oder anderen Ausdruck darf man ja jetzt nicht mehr sagen – durch ihre Spieler, die halt so schnell sind“. Mit den „schellen Spielern“ waren die beiden dunkelhäutigen Flügelstürmer Moussa Diaby und Leon Bailey gemeint. Diese Äußerung löste einen Sturm der Entrüstung aus, Der Trainer stellte klar, dass er nur die Schnelligkeit der Stürmer angesprochen hatte und die Aussage nicht rassistisch zu verstehen sei. Aber zu spät – einige Fans forderten die Entlassung des Trainers: „Dies ist ein Paradebeispiel für einen weißen Mann, der glaubt, er müsse sich nicht entschuldigen oder anerkennen, seine Aussage seien rassistisch und verletzend“ (2).

Was sich die Autorin offensichtlich nicht gefragt hat: entspricht der Anteil schwarzer Profifußballer in der Bundesliga dem Bevölkerungsanteil dunkelhäutiger Personen. Hätte sie das getan, wäre sie zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Anteil etwa 0,6 Prozent beträgt (3). Dunkelhäutige Spieler sind somit in der Bundesliga – gemessen am Bevölkerungsanteil – mit dem Faktor 30 deutlich überrepräsentiert. Die Ursache hierfür dürfte aber nicht in einer Diskriminierung von weißen Spielern liegen, sondern einfach daran, dass die Dunkelhäutigen einfach besser sind und mehr Tore schießen. Daraus resultiert dann eben eine ungleiche Verteilung der Spielerfarben in der Mannschaftsaufstellung. Und diese Ungleichverteilung wird – wie jede Ungleichverteilung – von irgendeinem „Integrationswissenschaftler“ aufgegriffen und zum Anlass genommen, eine Diskriminierung Dunkelhäutiger „nachzuweisen“. Wenn aber eine diskriminierungsfreie Gleichverteilung der Hautfarben Ziel aller Gleichstellungsbemühungen sein soll, müsste es in Bundesliga 0,7 dunkelhäutige Torhüter geben – also keinen oder maximal einen. Dafür dürften von den gesamten 1.062 Speilern nur 6 dunkelhäutig sein – anstelle von mehr als 200.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/schwarzen-torhueter-bundesliga-studie/
(2) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/rassismus-koeln-funkel/
(3) David Gordon Smith: “Uncle Barack’s Cabin”: German Newspaper Slammed for Racist Cover. In: Der Spiegel: International. 5. Juni 2008

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