Islam-Feindlichkeit nimmt ab: Neue Bertelsmann-Studie vorgestellt

Guten Morgen liebe Hessen,

„Islam-Feindlichkeit nimmt ab – Studie: Nur noch 13 Prozent der Befragten wollen Zuwanderungsstopp von Muslimen“. So titelte die FNP kürzlich anlässlich einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung auf Basis des repräsentativen „Religionsmonitors“ hervor. Auffällig dabei sei: in Ostdeutschland, wo wenig Muslime leben, ist die Skepsis größer als im Westen (1). Die Botschaft, die damit vermittelt werden soll ist klar: je mehr Muslime es gibt, desto geringer ist die Ablehnung gegen diese. Oder anders formuliert: Ablehnung gegen Muslime beruht auf Vorurteilen.

Die Zahl der Muslime in Deutschland wird auf knapp fünf Millionen geschätzt, so die FNP. Das kommt einem bekannt vor. Diese Zahl wurde schon vor 20 Jahren genannt. Und auch gefühlt sind es in manchen Gegenden deutlich mehr.

Yasemin El-Menouar, Religionsexpertin der Stiftung in Gütersloh, erläutert die Ergebnisse der Studie. Die breite Skepsis gegenüber dem Islam habe vor allem darin ihre Ursache, weil der Islam in der Öffentlichkeit meistens in negativem Zusammenhang thematisiert werde. Das ist sicher richtig, hat aber auch seine Gründe. Islam wird vor allem mit Terror in Verbindung gebracht – einfach deshalb, weil Terroranschläge meist islamisch motiviert sind. Praktisch nie hört man etwas über buddhistischen Terror oder christlich-fundamentale Selbstmordattentäter.

Und auch Berichte über islamische Länder sind meist negativ: dort finden vielfach Kriege und Bürgerkriege statt, Regierungen sind nicht demokratisch gewählt, es gelten keine Menschenrechte wie Meinungs- oder Religionsfreiheit und es werden Delikte mit dem Tod bestraft, die in westlichen Ländern nicht einmal Ordnungswidrigkeiten darstellen: Beleidigung der Religion, homosexuelle Handlungen oder Ehebruch. Dass es keine positiven Meldungen über islamische Länder gibt, liegt einfach daran, dass es kaum etwas positives zu berichten gibt.

Die Islam-Expertin behauptet, „abgrenzende, ablehnenden Haltungen könnten gefährlich werden“. Denn: „Wenn eine signifikante Gruppe innerhalb der Bevölkerung eine andere, kleinere Gruppe als Bedrohung ansieht, schadet das auf Dauer der Demokratie“. Aha. Wenn also die große Gruppe der gesetzestreuen Bürger die kleine Gruppe der kriminellen als Bedrohung ansieht, schadet das der Demokratie. Oder wenn die vielen Nicht-Terroristen die wenigen Terroristen als Bedrohung ansehen, ebenfalls. Und natürlich auch die Frauen, die die wenigen Vergewaltiger als Bedrohung empfinden. Alles das schadet nach Auffassung der Religions-Expertin der Demokratie.

Und natürlich thematisiert sie auch die „Rechtspopulisten“, die nach ihrer Auffassung „geradezu davon leben, den Islam als Gefahr darzustellen“. Zum Beispiel, indem sie den Koran immer wieder zitieren, z.B. „Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft …“ (Sure 2, 191), „Kämpft gegen die Ungläubigen, bis es keine Verfolgung mehr gibt und der Glaube an Allah allein vorherrscht!“ (Sure 8, 39), „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf!“ (Sure 9, 5) (2).

Wer einfach nur den Koran zitiert und über Ereignisse in islamischen Ländern objektiv berichtet, muss den Islam nicht als Gefahr darstellen. Ob jemand die Abschaffung der universalen Menschenrechte und der Demokratie als Gefahr betrachtet, kann jeder selbst entscheiden.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter
(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/460238/2-3
(2) http://islam.de/13822

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