Jugendbanden terrorisieren Deutschland: Landrat spricht hilflos von „schweren Fluchttraumata“

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich titelte der FOCUS „Karlsfeld wird zu „Klein-Chicago“ – Jugendbande versetzt bayerische Gemeinde in Angst“. Karlsfeld liegt im Landkreis Dachau und hat etwa 22.000 Einwohner. Bislang ist die Gemeinde in der Presse kaum in Erscheinung getreten – abgesehen von Berichten über den alljährlich stattfindenden Karlsfelder Triathlon. Seit einiger Zeit ist in dem bislang beschaulichen Ort eine kriminelle Jugendbande aktiv, die verschiedene Straftaten beging (1). Nach Angaben der Polizei Dachau haben sich etwa 30 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren zu einer Bande formiert (2). Die Bande beging anfangs nur kleinere Delikte, zwischenzeitlich kam es dann jedoch zu Körperverletzungen, Revierkämpfen oder auch Sexualdelikten (1) Das Ausmaß der von der Bande verübten Gewaltdelikte hat den Bürgermeister der Gemeinde überrascht: „Ich bin in Karlsfeld geboren und aufgewachsen, so etwas habe ich hier noch nie erlebt, es entsetzt mich!“ Die Gemeinde Karlsfeld werde „in ein Licht gerückt, das wir nicht verdienen“ (2).

Bei Streitigkeiten werden auch vermehrt Messer gezückt. Der zuständige Jugendbeamte äußerte daher die Befürchtung, dass es irgendwann Schwerverletzte oder auch Tote geben werde. In einem Fall wurde bei einem Fahrraddiebstahl eine Person durch ein Messer leicht verletzt. Kindern der schon länger im Ort lebenden Bürger wollen aus Angst vor der Bande teilweise das Haus nicht mehr verlassen oder wollen sogar wegziehen (1). die beiden mutmaßlichen Anführer der Gruppe – zwei Brüder im Alter von 17 und 15 Jahren – leben in einer Karlsfelder Flüchtlingsunterkunft (2). Die beiden wurden zwischenzeitlich festgenommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft (3).

Ein Polizeibeamter vermutet, dass die Bandenmitglieder durch ein „schweres Fluchttraumata“ psychisch krank geworden seien (1). Der übliche behördliche Versuch, die Schuld keinesfalls bei den Tätern selbst – oder im Falle von Jugendlichen bei deren Eltern – zu suchen, sondern bei den Verhältnissen, denen die Täter ausgesetzt sind oder waren. Doch dafür, dass selbst schwerste Fluchttraumata nicht zur Kriminalität führen, gibt es zahllose Beispiele: die meisten der Flüchtlinge, die tatsächlich Kriegs- und Verfolgungserfahrungen gemacht haben, sind dankbar, wenn sie in einem sicheren Staat aufgenommen werden und verhalten sich gesetzeskonform.

Die Gemeinde setzt auf Gewaltprävention und Jugendsozialarbeit, sieht aber bei den beiden Anführern kaum eine Möglichkeit. Der Landrat des Landkreises sieht die Grenzen der Jugendhilfe und der Rechtsstaatlichkeit erreicht und fordert, die Frage zu stellen, „wie wir künftig mit solchen Fällen umgehen“. Dabei sieht der Landrat in einer Abschiebung der Täter keine Option: „Wir können einen 15-Jährigen sicher nicht alleine in sein Heimatland zurückschicken“ (2). Da stellt sich die Frage, warum man die kriminellen Jugendlichen eigentlich nicht in ihre Heimat zurückschicken kann. Denn offensichtlich sind die Jugendlichen auch alleine aus ihrem Heimatland „geflohen“ und haben auf der Reise meist zahlreiche Länder durchquert und Grenzen überschritten. Es kann nicht die Aufgabe der Bundesrepublik sein, sämtliche kriminellen Jugendlichen dieses Planeten aufzunehmen und mit einem immensen finanziellen und personellen Aufwand zu versuchen, diese in ein Gesellschaftssystem zu integrieren, das ihnen völlig fremd ist und das viele von ihnen auch ablehnen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/seit-zwei-jahren-karlsfeld-wird-zu-klein-chicago-jugendbande-versetzt-bayerische-gemeinde-in-angst_id_13473823.html

(2) https://www.merkur.de/lokales/dachau/karlsfeld-ort28903/politiker-fordern-haerte-gegen-jugendbande-90845777.html

(3) https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/karlsfeld-jugendbande-gewalt-polizei-1.5344279

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