Kampf gegen M*** und N**** – Frankfurter Stadtverordnete ist ständigem Ras-sismus ausgesetzt

Guten Morgen liebe Hessen,

Mirrianne Mahn sitzt seit April 2021 für die Grünen im Frankfurter Stadtparlament. Sie wurde 1989 in Kamerun geboren und kam mit elf Jahren zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland. Ihr Thema: Rassismus: „Rassismus und Diskriminierungen gehören zum Alltag von Mirrianne Mahn – seit sie denken kann“. Bereits in der Schule wurde sie „beschimpft, bespuckt und mit Bananen beschmissen“. Und auch heute – Jahrzehnte später – erfährt sie solche Anfeindungen. Ihr Auftritt in der Frankfurter Paulskirche anlässlich der Buchmesse machte sie bundesweit bekannt. Seinerzeit hatte sie den Oberbürgermeister bei seiner Ansprache unterbrochen, um auf ein Paradox hinzuweisen: „Das Paradox ist, dass wir hier in der Paulskirche, der Wiege der Demokratie, einer Schwarzen Frau den Friedenspreis verleihen, aber Schwarze Frauen auf genau dieser Buchmesse nicht willkommen waren, weil nicht dafür gesorgt wurde, dass sie sich sicher fühlen“ (1).

Seit ihrem Auftritt in der Paulskirche wird sie „auf der Straße angepöbelt und bespuckt, bekommt Drohbriefe und -päckchen in den Römer geschickt“. Dabei findet sie selbst den Vorgang völlig normal, denn sie sei als gewählte Stadtverordnete zu der Veranstaltung eingeladen gewesen und habe in dieser Funktion ihre Meinung gesagt: „Wir müssen über Rassismus sprechen“ (1). Das offenbart ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie. Als gewählte Stadtverordnete hat sie das Recht zu reden, aber nicht immer und überall und nicht zu jedem beliebigen Thema. Auch im Parlament, dem sie angehört, kann sie nicht einfach ans Mikro gehen und ihre Meinung kundtun, sondern muss warten, bis der Sitzungsleiter sie dazu aufruft. Und auch dann darf sie nur zum vorgegebenen Thema sprechen. Aber offensichtlich ist sie der Meinung, dass sie als Stadtverordnete das Recht hat, den Oberbürgermeister während seiner Festansprache einfach zu unterbrechen und ihre Meinung zu verkünden. Das hat ihr wahrscheinlich niemand beigebracht. Und auch hinterher gab es kaum Kritik an ihrem Auftritt. Verständlich, denn jede Kritik an einer dunkelhäutigen Frau wird sofort als Rassismus gedeutet.

Aktuell wirbt die dunkelhäutige Stadtverordnete in der Koalition dafür, „diskriminierende Begriffe zu ächten“, denn „Rassismus fängt mit der Sprache an“. Sie möchte, dass die Stadt Frankfurt gegen rassistische Sprache vorgehen und die Verwendung des N-Wortes und des M-Wortes ächten soll. Dabei soll die Stadt klarstellen, „dass Rassismus gegen Schwarze auch in Frankfurt existiert“ und „zum Alltag vieler schwarzer Menschen gehört“ (2). Wie dieses „Ächten“ genau aussehen soll, verrät die Stadtverordnete nicht. In ihrer Heimat Kamerun gäbe es dafür durchaus Vorbilder. Dort werden z.B. Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender (LGBT) willkürlich verhaftet und in Gefängnissen misshandelt. Nach der Haftentlassung werden sie häufig von Familien und Freunden verstoßen.

Inzwischen hat die „Lokalpolitikerin“ bundesweite Berühmtheit erlangt. Grund: sie musste in einer Frankfurter Klinik behandelt werden und war selbst dort übelstem Rassismus ausgesetzt. Kurz nach der Narkose teilte sie der ganzen Welt mit, welche „grauenvollen Äußerungen“ der behandelnde – „rassistische“ – Arzt machte und wie sich das für sie anfühlte. Der nannte sie nicht bei ihrem Namen, sondern fragte das Pflegepersonal, wie es „der Afrikanerin“ ginge. Vielleicht zieht sie beim nächsten Mal einen Aufenthalt in einem Krankenhaus ihrer Heimat vor. Da fragt vermutlich kein Arzt, wie es „der Afrikanerin“ geht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/471986/8-9

(2) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/471757/36-37

(3) https://www.focus.de/panorama/welt/mirrianne-mahn-liegt-die-afrikanerin-immer-noch-da-gruenen-politikerin-erlebt-rassismus-in-klinik_id_25613795.html

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