Kardinal fordert kompromisslose Religionsfreiheit – auch für Muslime und ihren Kampf gegen Ungläubige

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich sprach sich der Kölner Erzbischof gegen jede Form von Religions- und Fremdenfeindlichkeit aus: „Die Kölner Juden, das sind doch unsere älteren Geschwister im Glauben. Und Muslime – so formuliert das auch Papst Franziskus – sind ebenfalls unsere Brüder und Schwestern“. Der Oberhirte forderte, die Religionsfreiheit dürfe nicht nur im Grundgesetz stehen, „wir müssen sie leben“ und: „Gerade in Deutschland dürfen nie wieder Menschen auf Grund ihrer Religion beleidigt, beschimpft, benachteiligt, ausgegrenzt oder gar verfolgt werden“. Beim Thema Fremdenfeindlichkeit und bei der Religionsfreiheit kennt der Kardinal keine Kompromisse: „Hier sage ich ganz klar: Nie wieder, und nicht mit mir!“ (1).

Dass sich Vertreter der christlichen Kirchen für die Religionsfreiheit aussprechen, ist nachvollziehbar. Auch, dass die katholische Kirche diese Freiheit nicht für auch alleine beansprucht, sondern auch für andere Religionsgemeinschaften. Weniger nachvollziehbar ist jedoch, wenn ein hoher kirchlicher Würdenträger bei der Religionsfreiheit keine Kompromisse kennt. Denn Religionsfreiheit beinhaltet nicht nur die Glaubensfreiheit, sondern auch die Freiheit der Religionsausübung (Art. 4 GG). Und die ist nicht absolut, d.h. hier müssen – im Gegensatz zur Glaubensfreiheit – Kompromisse eingegangen werden. So jedenfalls sieht es die Rechtsordnung in diesem Land vor.

Für den einen oder anderen Geistlichen offensichtlich eine absurde Vorstellung, sich weltlichen Gesetzen unterordnen zu müssen.

Möglicherweise eine der Ursachen für die zahlreichen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Aber auch in anderen Bereichen sehen sich die Geistlichen über der weltlichen Ordnung: so führte 1976 ein Priester mit Genehmigung seines Bischofs bei einer jungen Studentin, die angeblich vom Teufel besessen war, einen Exorzismus durch. Die Studentin kam dabei zu Tode, der Priester wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (2). Nach seiner Ansicht sei jedoch ein weltliches Gericht für den Fall nicht zuständig, die Sache sei „einzig Gottes Angelegenheit“ (3).

Und dieses Privileg – über dem weltlichen Gesetz zu stehen – möchte der Kardinal nun offensichtlich auch anderen Religionen zugestehen, vor allem dem Islam. Also einer Religion, in deren heiligem Buch sich zahllose Aufrufe zur Gewalt finden: „Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben“ (Sure 2, 191), „Kämpft gegen die Ungläubigen, bis es keine Verfolgung mehr gibt und der Glaube an Allah allein vorherrscht!“ (Sure 8, 39), „Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt.“ (Sure 47, 4). Die meisten Muslime nehmen diese Aufforderung wahrscheinlich nicht wörtlich – manche aber doch. Und diesen Gläubigen möchte der Kardinal ihre Religionsfreiheit ohne Kompromisse gewähren.

Eine Religionsfreiheit, die im Extremfall eben auch die Tötung von Ungläubigen beinhaltet. Besonders bedenklich ist es, dass diese Forderung von einem katholischen Bischof aufgestellt wird, der nicht nur vom Staat – also von den Steuerzahlern – fürstlich entlohnt wird (in der Größenordnung von € 12.000 pro Monat), sondern auch beim Amtsantritt einen Eid auf die Verfassung abgelegt hat. Einer Verfassung, die eben keine kompromisslose Religionsfreiheit garantiert.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitismus-gegen-koelner-rabbiner-kardinal-woelki-schaemt-sich-und-ist-fassungslos/24305446.html
(2) Jean-Marie Faerber. Zeitzeichen Fall Klingenberg. In: Georg Siegmund (Hrsg.): Von Wemding nach Klingenberg. Vier weltberühmte Fälle von Exorzismen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1985, ISBN 3-7171-0869-7, S. 93–169, S. 93.
(3) Felicitas D. Goodman: Anneliese Michel und ihre Dämonen. 5. Auflage. S. 242.

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