KARRENBAUERS MISSION: Dienstgrade gendern statt Dienstgerätschaften modernisieren

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Bundeswehr war früher eine funktionierende und einsatzfähige Armee. Das war zu Zeiten des kalten Krieges, als die Russen an der innerdeutschen Grenze stationiert waren und die Freiheit des Westens bedrohten. Das ist seit mindestens 30 Jahren vorbei. Seither gibt es in unmittelbarer Nähe keine feindlichen Staaten mehr, die Deutschland bedrohen. Das Land ist umgeben von Freunden und Partnern. Und seither hat sich auch die Armee gewandelt. Sie ist kleiner geworden und verteidigt unsere Freiheit in Afrika und am Hindukusch. Und seit 20 Jahren nimmt sie auch Frauen auf. Nicht freiwillig, sondern durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Das war für die Bundeswehr eine erhebliche logistische Herausforderung, denn alle Einrichtungen waren ausschließlich auf männliche Soldaten ausgerichtet – abgesehen vom Sanitätsdienst, in dem Frauen schon seit langem tätig sind.

Inzwischen gibt es auch eine Verteidigungsministerin, die es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansieht, die Armee gendergerecht auszugestalten. Neueste Aktion: sprachliche Genderung der Dienstgrade. Bislang hieß es: Frau Feldwebel, Frau Unteroffizier oder Frau Oberst. Im Schriftverkehr: Feldwebel Müller (w) oder Oberst Meier (w). Das gefällt der Ministerin nicht mehr. Zukünftig soll es „Feldwebelin“, „Bootsfrau“ und „Oberstleutnantin“ heißen (1).

Echte Verteidigungs-Experten halten die „Reform“ für völlig überflüssig. Dazu der AfD-Obmann im Verteidigungsausschuss, Rüdiger Lucassen: „Die Wirklichkeit sieht anders aus: Keiner will es, niemandem nützt es und trotzdem wird es gemacht. Der Schaden für das innere Gefüge der Bundeswehr wird täglich größer“. Tatsächlich hat die Truppe ganz andere Probleme: nicht einsatzbereite Fahrzeuge, Flugzeuge und U-Boote. Siemtje Möller, SPD-Bundestagsabgeordnete und die Mitglied im Verteidigungsausschuss, hat im Gegensatz zur Ministerin Kontakt zu Soldatinnen: „Wenn ich mit weiblichen Angehörigen der Bundeswehr spreche, dann klagen die allerdings nicht über einen nicht gegenderten Dienstgrad, sondern über fehlende Schutzwesten, zu wenig Stiefel oder leergefegte Kleiderkammern“ (1). Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann führt aus, dass Soldatinnen nicht männliche Dienstgrade beklagen, „sondern die Entfernung der BMVg-Spitze von der Truppe“ (2). Die könnte tatsächlich nicht größer sein. Aber das wird die Ministerin nicht davon abhalten, demnächst die erste Frau Hauptfrau zu ernennen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/feldwebelin-bundeswehr/
(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465475/4

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