Katholische Kirche will Homo-Ehen nicht segnen – Die Lösung: Kirchenaustritt!

Guten Morgen liebe Hessen,

Seit vielen Jahren gibt es die Ehe für alle, insbesondere auch für Homosexuelle in vielen – auch in mehrheitlich katholischen – Ländern. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die katholische Kirche mit der Frage konfrontiert wurde, ob die Kirche die Vollmacht besitze, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen. Die Antwort der Kongregation für die Glaubenslehre im Vatikan war kurz und eindeutig: „nein“, denn die Kirche habe keine Vollmacht, solche Verbindungen zu segnen – so die Glaubenskongregation. Da diese Verbindungen homosexueller Paare nicht dem göttlichen Willen entsprächen, könnten sie nicht gesegnet werden. Daher sei es „nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau) einschließen“. Dagegen sei es zulässig, Einzelpersonen (auch homosexuelle) zu segnen, wenn sie „den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden“ (1).

Die vatikanische Anweisung blieb nicht unwidersprochen. Verschiedene Interessenvertretungen äußerten massive Kritik, aber auch mehrere deutsche Bischöfe, darunter der Limburger Bischof, der zugleich Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz ist. Der zeigte sich nicht erfreut über die Stellungnahme aus dem Vatikan: „Das erweckt den Eindruck, man wolle die in verschiedenen Teilen der Weltkirche, auch bei uns in Deutschland derzeit streitig geführte theologische Auseinandersetzung möglichst schnell beenden. Das ist aber gar nicht möglich. Denn die Diskussion wird an vielen Orten intensiv und mit guten Argumenten geführt, und die theologischen Anfragen an die heutige pastorale Praxis können nicht einfach mit einem Machtwort aus der Welt geschafft werden“ (1). Doch, können sie schon. Denn der Papst hat in theologischen Fragen das letzte Wort und könnte dies, wenn er wollte, sogar ex cathedra unter Inanspruchnahme seiner Unfehlbarkeit verkünden. Da kommen schwere Zeiten auf die deutschen Bischöfe zu, denn der Widerspruch zwischen der Anordnung des Vatikans und dem Wunsch, dem Zeitgeist zu entsprechen, ist unüberbrückbar. Dabei sind sich die deutschen Bischöfe nicht einmal einig. Einige kritisieren den Vatikan heftig, andere loben die Entscheidung. Aber auch unter den Theologen ist die Meinung nicht einheitlich. Während der Wiener Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger die Stellungnahme der Glaubenskongregation auf einer „soliden biblischen Grundlage“ sieht, kritisieren Theologieprofessoren aus Münster deren „Mangel an theologischer Tiefe“ (3).

Dabei wäre die Lösung des Problems für die segenswilligen Gläubigen ganz einfach: sie können jederzeit aus der katholischen Kirche austreten und sich eine Religion aussuchen, die ihnen den Segen nicht verweigert. Da böte sich zum Beispiel die evangelische Kirche an, bei der es inzwischen sogar schwule und lesbische Pfarrerpaare gibt (4). Weniger zu empfehlen wäre die Religion des Friedens. Dort genießt man als Gläubiger zwar den Schutz des „antimuslimischen Rassismus“, aber Homosexualität ist dort nach wie vor verboten und wird teilweise mit Auspeitschen oder der Todesstrafe bestraft. Jedenfalls in den Ländern, in denen die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch ist. Aber – noch – gibt es in diesem Land die Religionsfreiheit mit der Möglichkeit, die Religion frei zu wählen.


Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.sueddeutsche.de/politik/vatikan-kein-segen-fuer-homosexuelle-paare-papst-1.5236708
(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/466659/4
(3) https://www.katholisch.de/artikel/29179-exeget-fuer-segnung-homosexueller-paare-in-bibel-keine-anhaltspunkte
(4) https://www.tagesspiegel.de/berlin/homosexualitaet-in-der-evangelischen-kirche-zwei-schwule-pfarrer-aus-berlin-und-der-kampf-um-ihre-liebe/10314624.html

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