Kein Unterschied mehr zu Linken und Grünen: CDU fordert Auszeichnung für „queere Sichtbarkeit“

Guten
Morgen liebe Hessen,

Seit
einiger Zeit wird in der Frankfurter Queer-Szene beklagt, dass es vermehrt zu
„queerfeindlichen Übergriffen“ kommt. Meist handelt es sich dabei um
Beleidigungen oder Pöbeleien, echte Gewaltanwendung ist eher selten (1).
Insgesamt handelt es sich um eine „niedrige zweistellige Anzahl“. Genaue
Angaben fehlen, angeblich wegen der hohen Dunkelziffer. Georgios Kazilas vom
Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Hessen beklagt: „Zudem ist die
Dunkelziffer hoch, weil zum einen Übergriffe entweder von den Opfern gar nicht
erst gemeldet oder nicht als queerfeindliche Gewalt registriert werden“. Damit
gingen „hassmotiviertes Verbrechen“ womöglich als normaler Raubüberfall in die
Statistik ein (2).

Seit
längerer Zeit kämpft die Community – z.B. im CSD – für „die Rechte von
Schwulen, Lesben, Transgender und anderen queeren Menschen, wie Transgender“
und „für Akzeptanz, gegen Diskriminierung und gegen Gewalt“. Tatsächlich besitzen
Angehörige der „queeren“ Community dieselben Rechte wie alle anderen Bürger
auch. Das bedeutet aber nicht, dass alle anderen Bürger Lebensweise und
Verhalten dieser Personen akzeptieren oder gut finden müssen. Aber genau darum
geht es den LSBTIQ*-Personen. Sie wollen „sichtbar sein“ und sich „nie wieder
unsichtbar machen lassen“ (3). Passend dazu hat die CDU-Fraktion im Frankfurter
Römer einen Preis „für queere Sichtbarkeit“ vorgeschlagen. Der soll mit 10.000
€ ausgestattet und alle zwei Jahre verliehen werden. Ausgezeichnet werden
sollen damit Vereine und Initiativen sowie Personen, die sich um die Rechte der
LSBTIQ*-Community in Frankfurt besonders verdient gemacht haben. Denn – so die
queerpolitische Sprecherin Verena David – „queere Sichtbarkeit und Solidarität“
seien wichtig für eine Stadt wie Frankfurt (4).

Und
natürlich sollen mehr „queere“ Themen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
präsentiert werden – so als wäre die LSBTIQ*-Community dort nicht bereits
überpräsent. In diesem Zusammenhang fordert eine LGBTQ-Funktionärin eine
Vertretung in den Fernsehräten, damit dort „nicht nur schwule Cis-Männer
sitzen, sondern die ganze Vielfalt unserer Community repräsentiert ist“ (5). Um
dieses Ziel zu erreichen, müssten wohl sämtliche der Mitglieder dieser Gremien
aus Vertretern der bunten und vielfältigen LGBTQ-Community bestehen, bereichert
um einige Vertreter der diversen Migrantenorganisationen, insbesondere PoC,
Sinti und Roma. Am aktuellen Programm würde das vermutlich nicht viel ändern,
denn das ist bereits bunt und vielfältig und enthält inzwischen kaum noch
Elemente des „normalen“ Durchschnittsbürgers. Aber darum geht es vermutlich: Normalität,
die sich an den natürlichen Gegebenheiten orientiert, aus dem öffentlichen
Bewusstsein zu verdrängen.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1)
https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/475250/38-39

(2)
https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/475238/12-13

(3) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/469550/36

(4) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/474882/8-9

(5) https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2022/lgbtq-funktionaerin-wuenscht-sich-mehr-queere-themen-im-fernsehrat/

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