Klimahauptstadt Frankfurt leistet sich künstlerisches Energiemonstrum

Frankfurt (13.05.2019) Ein Exponat im Museum für Moderne Kunst (MMK – Zollamt) mit einem irrwitzig hohen Energieverbrauch hat die AfD-Fraktion im Römer dazu veranlasst, beim Magistrat Nachfragen zu stellen. „Auch wenn ein Kunstwerk von Weltrang nicht unter wirtschaftlichen oder klimapolitischen Aspekten betrachtet werden sollte, stellt sich doch unweigerlich die Frage, ob eine Klimahauptstadt Frankfurt der richtige Ort für die Präsentation eines Kunstwerkes ist, das nur unter immensem Energieaufwand in Form gehalten werden kann“, sagte Rainer Rahn, Abgeordneter der AfD im Stadtparlament.

Die Rede ist von einer Ausstellung der Künstlerin Bunny Rogers mit der Bezeichnung ‚Pectus excavatum‘, welche vom 26.01.2019 bis zum 28.04.2019 stattfand. Hierbei handelt es sich um ein Werk aus dem Modell eines Tintenfischs, zwei Zäunen und einem „Eisbergähnlichen“ Gebilde. Letzteres besteht aus einer mit Eis überzogenen Plastik, deren Oberfläche dem Betrachter als Eisberg imponiert und welchen er berühren kann. Wie die MMKDirektorin erläutert soll der Besucher damit in die Lage versetzt werden‚ ein Gefühl davon zu bekommen, wie es ist, zu frieren oder zu erfrieren‘.

Da aber das Eis selbst echt ist, wurde es durch ständige Kühlung in seiner Form gehalten. Dafür sorgte ein überdimensioniertes Kühlaggregat, welches sich außerhalb des Gebäudes befindet. Offenkundig sollte es der Besucher beim Betrachten des Kunstwerkes – entgegen der erklärten Intention der Künstlerin – angenehm warm haben, weshalb der Ausstellungsraum zu allem weiteren auch noch gut beheizt wurde. „Beim Besuch der anfragestellenden Fraktion waren die Heizungen voll aufgedreht, obwohl die aktuelle Außentemperatur bei +23°C lag“, merkt Rahn an. „Aber die verantwortliche Kulturdezernentin (SPD) ist ja schließlich nicht für Klima und Umwelt zuständig, sondern für Kunst.

Dennoch möchte die AfD jetzt erfahren, welcher Energieverbrauch in Kilowattstunden durch das Kühlaggregat verursacht wurde, das die Eisplastik über mehr als drei Monate in Form gehalten hat. „Wieviel zusätzliche Energie musste aufgewendet werden, um den unterkühlten Raum aufzuheizen, in dem dies Kunstwerk präsentiert wurde?“, hakt Rahn
nach. Aktuell würden Klimadiskussionen geführt und weltweit protestierten Schüler
(‚Fridays for Future‘). „Hält es der Magistrat angesichts dessen für angemessen und sinnvoll, ein Kunstwerk zu präsentieren, welches durch gleichzeitige Kühlung und Aufheizung eines Raumes über Monate einen immensen Energieverbrauch verursacht?“, fragt Rahn.

Habe sich der Magistrat mit der Frage beschäftigt, ob die von der Künstlerin vermutlich intendierte Botschaft auch ohne zusätzlichen Energieverbrauch den Ausstellungsbesuchern vermittelt werden kann, will Rahn abschließend erfahren.

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