„KLIMASCHULE“ ALS TYPISCHES BEISPIEL: Alle anderen sollen ihre CO2-Emissionen begrenzen – nur die Aktivisten selbst nicht

Guten Morgen liebe Hessen,

„Fridays for future“ ist eine internationale Bewegung, die sich für die Bewältigung der Klimakrise einsetzt. Sie fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Die Forderungen richten sich an die Politik: „Es darf nicht die alleinige Aufgabe der Jugend sein, Verantwortung für die Priorisierung des Klimaschutzes zu übernehmen. Da die Politik diese kaum wahrnimmt, sehen wir uns gezwungen, weiter zu streiken, bis gehandelt wird!“ (1).

Wie die Jugend selbst ihre Aufgabe sieht, zeigt die Antwort auf eine kleine Anfrage des Abg. Dr. Wolf (AfD) der Hamburger Bürgerschaft. Er fragte den Senat der Hansestadt, wie viele Klassenfahrten an Hamburger Schulen im Schuljahr 2018/19 mit dem Flugzeug unternommen wurden (Drs. 21/18828). Antwort des Senats: für 84 von 369 Reisen wurde das Flugzeug genutzt. Ziele waren verschiedene Länder Europas – wie England, Frankreich, Italien, Spanien, Rumänien, Polen, Irland, Dänemark, Portugal, Österreich, Kroatien – aber auch weltweite Ziele auf allen 5 Kontinenten: USA, Brasilien (Rio), Indien, China, Senegal, Russland (Sibirien) und Australien.

Warum Schulausflüge nach Mallorca, Rio de Janeiro oder Melbourne stattfinden müssen und was den Schülern dort vermittelt wurde, berichtete der Senat nicht. Dass aber bei den Flügen erhebliche CO2-Emissionen stattfinden, ist unstrittig, z.B. auf dem Flug nach Melbourne 6 t pro Person – das ist der Gesamtausstoß eines klimabewussten Menschen für 2 Jahre.

Klassenfahrten per Flugzeug wurden auch von Schulen unternommen, von denen man es vielleicht nicht vermuten würde, z.B. der Gyula-Trebitsch-Schule in Tonndorf. Dabei handelt es sich um eine „Klimaschule 2017-18“. Dort wird nicht nur geredet, sondern auch gehandelt: „Wir sind Klimaschule! Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau zeichnete unsere Schule 2012 erstmalig für die Aktivitäten im Bereich Klimaschutz mit dem Ehrentitel, Siegel und einem Geldpreis aus. Seitdem haben wir stetig in diesem Bereich gearbeitet: (…) Energiesparen, bewusster Umgang mit Ressourcen – das sind nur einige Beispiele für unsere Tätigkeit in Sachen Klimaschutzes an der Schule. Für die vielfältigen Anstrengungen und als Ansporn für die weitere Arbeit tragen wir seit 2012 den Titel Klimaschule“ (2).

Damit wird auch deutlich, was die FFF-Aktivisten meinen, wenn sie von den Politikern fordern, sofort zu handeln: alle anderen sollen ihre CO2-Emissionen begrenzen – nur die Aktivisten selbst nicht. Die lassen sich nach wie vor von den Eltern im SUV überall hinfahren, machen Klassenfahrten mit dem Flugzeug in ferne Länder und verzichten natürlich auch keine Minute auf ihr Smartphone, bei dessen Herstellung und Betrieb erhebliche Mengen CO2 emittiert werden.

Und selbstverständlich hetzen die Aktivisten gegen die angeblich rückwärtsgewandte AfD, deren Vertreter gerne in die 50er Jahre zurückkehren würden. Damals wurde der Schulweg zu Fuß zurückgelegt, Klassenfahrten mit dem Fahrrad oder mit der Bahn absolviert und die Ernährung war vielfach vegetarisch. Weggeworfen wurde praktisch nichts, es wurde alles wiederverwertet, obwohl es den Begriff Recycling noch nicht gab. Und selbstverständlich gab es auch keine Klimadiskussion, weil die CO2-Emission pro Person nur ein Bruchteil der heutigen betrug. Und es gab insgesamt nur 2,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://fridaysforfuture.de/
(2) http://www.gyula-trebitsch-schule-tonndorf.de/

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