Köln und Mailand haben viele Gemeinsamkeiten – Jetzt auch: Silvesterübergriffe

Guten Morgen liebe Hessen,

Köln und Mailand haben vieles gemeinsam. Beides sind Millionenstädte mit langer Tradition und Geschichte. In beiden Städten residiert ein Erzbischof, und in beiden Städten befindet sich ein weltbekannter Dom. Seit Silvester gibt es eine weitere Gemeinsamkeit: Übergriffe auf Frauen auf dem Vorplatz des Doms. Die eigentlich zurückhaltende FAZ formulierte es so: „Am Silvesterabend fielen Horden junger Männer auf dem Mailänder Domplatz über mindestens neun Frauen her“. Bei den Tätern handelte es sich „um junge Migranten oder um Söhne aus Einwande-rerfamilien, überwiegend aus muslimisch geprägten Herkunftsländern“ (1). Zwei der Opfer stammen aus Deutschland. Eine der Frauen berichtete: „Wir haben versucht, sie abzuwehren, mein Freund hat sie geschlagen und geohrfeigt, aber sie haben gelacht und uns weiter belästigt, ich hatte 15 Hände an mir“. Und weiter: „Sie sprachen alle Arabisch, lachten und belästigten uns“. Ein Zeuge berichtete, dass es sich bei den Tätern um Ägypter handele, die sich regelmäßig am Dom aufhalten. „Sie sind fast immer da, meist am Nachmittag und vor allem am Wochenende. Sie belästigen alle Mädchen, die vorbeigehen, sie folgen ihnen, sie rufen ihnen hinterher. Und wenn du versuchst zu antworten, umzingeln sie dich und greifen dich, wenn möglich, an“ (2).

Dass sich die Vorgänge im Schatten eines Gotteshauses abspielten, ist vermutlich kein Zufall. Der eine oder andere Täter mag damit seine Verachtung christlich geprägter Kultur zum Ausdruck gebracht haben. Man stelle sich umgekehrt vor, dass eine Horde deutscher Touristen in einem islamischen Land vor einer bedeutenden Moschee über einheimische Frauen herfallen. Ein weltweiter Sturm der Entrüstung wäre die Folge. Bundespräsident und Bundesregierung würden ihr Entsetzen und ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen und vor dem dortigen Staatschef auf den Knien rutschen. Und selbstverständlich würden sie eine harte Bestrafung der Täter fordern, die sicher deutlich anders ausfallen würde als in Deutschland: eine langjährige Haftstrafe und öffentliche Auspeitschung wären dabei noch das harmloseste. Und selbstverständlich würden die Inhaftierten weder einen christlichen Seelsorger noch kultursensible Kost nach christlichen Vorschriften erhalten.

Die Reaktion der Regierungspolitiker in Deutschland und Italien war gleichermaßen zurückhaltend. Keine Kritik an den Tätern, sondern nur Hinweise für die Opfer und rechtfertigende Erläuterungen. Die Kölner Oberbürgermeisterin empfahl seinerzeit den Frauen, eine Armlänge Abstand zu fremden Männern zu halten, der Mailänder Bürgermeister erläuterte, die Täter seien „von der Peripherie“ gekommen (1). Die beiden Studentinnen berichteten nach ihrer Rückkehr in Deutschland, dass die Mailänder Polizei sie gesehen, aber nichts unternommen hätte (2). Ähnlich war es bei den Ereignissen an Silvester 2015 auf der Kölner Domplatte. Auch hier kam niemand den bedrängten Frauen zu Hilfe – nicht einmal die dort anwesenden Sicherheitskräfte, deren Aufgabe es eigentlich wäre, Verbrechensopfern beizustehen (1).

Dass niemand zu Hilfe kam – nicht einmal die Ordnungskräfte – ist nachvollziehbar. Denn wer möchte sich schon dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit, der Islamophobie oder des Rassismus aussetzen. Gerade für Polizeibeamte bedeutet dies neben viel Schreibarbeit auch immer das Risiko einer Dienstaufsichtsbeschwerde und weiteren Nachteilen beim beruflichen Aufstieg. Das möchte sich niemand zumuten. Dann doch lieber wegschauen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/468473/8

(2) https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2022/silvester-uebergriffe-sie-sprachen-alle-arabisch-lachten-und-belaestigten-uns/

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