Kölner Dom im Stadtlogo: Laut bunter Bürgermeisterin nicht mehr zeitgemäß

Guten Morgen liebe Hessen,

Köln ist bekannt für seinen Karneval, seinen Dom und seine Toleranz – inzwischen aber auch für seine Vielfalt und die Übergriffe auf der Domplatte an Silvester 2015. Die bunte Oberbürgermeisterin Henriette Reker empfahl damals allen betroffenen Frauen, „eine Armlänge Abstand“ zu halten. Ein hilfreicher Hinweis, der aber auch nach 2015 nicht immer geholfen hat. Dieselbe Oberbürgermeisterin hat jetzt beschlossen, das Logo der Stadt zu ändern. Genauer: die Silhouette des Doms aus dem Logo zu entfernen (1).

Als Begründung gab die Pressestelle des Kölner Rathauses an, das bisherige Logo – weißer Schriftzug „Stadt Köln“ auf rotem Hintergrund, links der schwarze Doppeladler als amtliches Hoheitszeichen, rechts zwei kleine weiße Dreiecke, die die beiden Domspitzen abbilden – sei „zu komplex und nicht mehr zeitgemäß“. Eine Markenanalyse mit Meinungsumfragen habe ergeben, dass das bisherige alte Signet „als nicht mehr zeitgemäß beurteilt“ werde. Das bisherige Logo wurde von den Befragten als „altbacken, sperrig, emotionslos und von oben herab“ bewertet. Eine Werbeagentur wurde beauftragt, das Logo entsprechend zu überarbeiten. Das neue Logo zeigt neben dem Schriftzug „Stadt Köln“ in Rot auf weißem Hintergrund nur noch den Doppeladler (2).

Kaum ein anderes Gebäude wird in dieser Weise mit einer Stadt identifiziert wie der Kölner Dom, der seit 1996 Weltkulturerbe ist. Der Kölner Dom zählt zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und ist weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Der Grundstein der Kathedrale wurde 1248 gelegt, die Fertigstellung erfolgte jedoch erst im Jahr 1880. Die Silhouette der Domspitzen wird von zahlreichen Institutionen und Unternehmen in ihrem Logo geführt, u.a. vom 1. FC Köln, von der Köln-Tourismus GmbH, der IHK Köln, der städtischen Kliniken, dem Kölner Zoo und der Dom-Brauerei. Dabei steht der Dom nicht nur für die Stadt, sondern auch für die christlich-abendländische Kultur des Landes, was von der Oberbürgermeisterin offensichtlich inzwischen als imageschädigend betrachtet wird. Kirche und Christentum erscheinen als Ärgernis, das Anstoß erregen könnte. Das Logo der Stadt mit den Domspitzen wurde vom vormaligen Oberbürgermeister Schramma eingeführt, der seinerzeit einen „einheitlichen wiedererkennbaren Auftritt mit Alleinstellungsmerkmal“ wollte. Schramma zeigte sich jetzt empört über die geplanten Änderungen. Er könne nicht nachvollziehen, was an dem Logo „altbacken, sperrig, emotionslos und von oben herab sein solle“ (2).

Der Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft kommentierte das Vorhaben wie folgt: „Der Beschluss in Köln, den Dom aus dem Logo der Stadt zu entfernen, kann eigentlich nicht überraschen, nachdem man Moscheen kürzlich ausdrücklich den Muezzinruf erlaubt hat“ (1). Und so wird das neue Logo vermutlich nach nicht allzu langer Zeit einem zeitgemässen Logo weichen, das wieder die Silhouette eines Gotteshauses zeigt – diesmal aber nicht der altbackenen christlichen Religion, sondern der modernen und aufgeschlossenen Religion des Friedens.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2022/neues-logo-der-koelner-stadtverwaltung-sorgt-fuer-aerger/

(2) https://www.tichyseinblick.de/meinungen/neues-logo-der-stadt-koeln-ohne-dom/

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