KOFFERBOMBER YOUSSEF MOHAMED ABGESCHOBEN. Wann kommt er wieder nach Deutschland?

Guten Morgen liebe Hessen,

Endlich hat der Rechtsstaat mal „mit aller Härte“ durchgegriffen. Nach 14 Jahren Haft wurde der „Koffer-Bomber“ Youssef Mohamed El-Hajdib im Privatjet in den Libanon abgeschoben. Rückblende: der Libanese hatte zusammen mit einem Komplizen im Jahr 2006 in Köln mehrere Bomben in zwei Regionalzügen deponiert. Diese detonierten nur durch einen Zufall detonierten nicht. Der Täter wurde gefasst und zwei Jahre später vom Oberlandesgericht wegen mehrfachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach 14 Jahren wurde die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt und der Terrorist in die Heimat abgeschoben. Er ist einer von 24 Islamisten, die bislang in diesem Jahr – trotz Corona – abgeschoben wurden (1). Nicht viel angesichts vieler hundert oder sogar tausend potentieller Gefährder – aber immerhin. Und die Kosten der Abschiebung waren mit 25.000 Euro fast noch moderat, vor allem wenn man kalkuliert, was der Koffer-Bomber bislang den Steuerzahler gekostet hat. Aber das steht nicht einmal in der BILD-Zeitung.

Viel interessanter ist die Frage, wie es weitergeht. Youssef Mohamed ist jetzt also im Libanon. Dort wird es ihm vermutlich nicht gefallen. Das Land ist am Ende und die Hauptstadt teilweise durch eine Explosion zerstört. Die JVA hat ihm wahrscheinlich ein paar Tausender Entlassungsgeld mitgegeben, aber damit kommt er nicht weit. Was liegt näher, als nach Deutschland zurückzugehen, wo er so viele Jahre recht komfortabel und frei von materiellen Sorgen gelebt hat. Das hat ihm die zuständige Behörde zwar wahrscheinlich verboten, aber er geht kein Risiko ein, wenn er es dennoch versucht. Und so wird er sich mit dem Entlassungsgeld möglicherweise einfach einen neuen Pass besorgen und sich in Richtung Deutschland auf die Reise begeben. Den Weg kennt er ja. Und so wird er vielleicht bald beim BAMF als Abdullah oder Mehmet aus Syrien auftauchen und berichten, wie er in der Heimat verfolgt wurde. Eine passende – und vor allem glaubhafte und plausible – Geschichte wird er nach 14 Jahren Knast sicher mühelos zusammenbasteln können. Und so könnte er i wenigen Monaten wieder als anerkannter Asylbewerber in Deutschland sesshaft werden. So wie vermutlich viele andere, die einmal abgeschoben und mit neuer Identität zurückgekehrt sind.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/koffer-bomber-nach-14-jahren-haft-in-deutschland-im-privatjet-abgeschoben-72222784.bild.html

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