Kontrolle des Kontaktverbots – Steine und Eisenstangen gegen Polizeibeamte

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich fand der Bundespräsident große Worte: „Jeder von Ihnen hat Menschenleben gerettet“ rief er dem Volk entgegen (1). Gemeint hat er damit die Millionen Mitbürger, die sich an die Verordnungen zum Kontaktverbot gehalten haben und damit dazu beigetragen haben, dass die Verbreitung des Virus eingedämmt wird. Aber hat sich wirklich jeder daran gehalten? Die meisten ja – aber alle? Natürlich nicht. Wie bei allen Vorschriften gibt es immer welche, die diese missachten. Zum Beispiel in Frankfurt-Griesheim.

Dort war am Karfreitag – wie an anderen Orten der Republik auch – eine Polizeistreife unterwegs, um die Einhaltung der Kontaktsperre zu überwachen. Dort entdeckte die Streife gegen 21.15 Uhr in der Ahornstraße eine Gruppe junger Männer, die sich nicht an die gültigen Corona-Verordnungen hielt. Zwei weitere Streifen des zuständigen 16. Polizeireviers kamen hinzu. Als zwei der Polizeibeamten aus ihrem Auto stiegen, flog ein großer Stein gegen eine Seitenscheibe, die zu Bruch ging. Mehrere Personen ergriffen die Flucht und wurden von den Beamten verfolgt. Währenddessen griffen etwa 20 andere Personen ein anderes Streifenteam an – „mit Steinen, Dachlatten und Eisenstangen!“. Aus dem Hinterhalt wurde eine 5-Kilo-Hantelscheibe in Richtung der Polizei geworfen, die jedoch ihr Ziel verfehlte. Die Polizei löste einen Großeinsatz aus und konnte wenig später einen Teil der Bande in einer Wohnung in der Ahornstraße aufspüren. Sechs Männer im Alter von 23 bis 31 Jahren wurden zur Identitätsfeststellung vorübergehend festgenommen. Dabei wurden Feuerwerkskörper, Handys und Waffen sichergestellt. Gegen die Männer wurde ein Verfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch eingeleitet (2).

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Anderlecht bei Brüssel. Dort war am Abend des Karfreitags ein 19-Jähriger mit einem Motorroller vor einer Polizeistreife geflohen und dabei mit einem Polizeiwagen kollidiert, wobei er zu Tode kam. Daraufhin versammelten sich am darauffolgenden Morgen trotz Versammlungsverbots zahlreiche aufgebrachte Personen an mehreren Orten in Anderlecht. Als die Polizei versuchte, die Ansammlungen aufzulösen, eskalierte die Situation. Die Beamten wurden aus der Menge mit Steinen beworfen. Ein Mann hatte einem Polizeibeamten eine Waffe entwendet und feuerte diese ab. Der Polizei gelang es, die Situation unter Kontrolle zu bringen. 43 Personen wurden dabei festgenommen (3).

Nähere Angaben zu den Tätern wurde bei keinem der Vorfälle in den zahlreichen Presseberichten gemacht. Anderlecht ist in den letzten Jahren „durch einen hohen Anteil vor allem türkischer, marokkanischer, arabischer, albanischer und schwarzafrikanischer Einwanderer geprägt“ (4). Und auch die Ahornstraße im Frankfurter Stadtteil Griesheim ist als sozialer Brennpunkt bekannt. Daraus sollte man aber keinesfalls Schlussfolgerungen auf die Herkunft oder den Kulturkreis der Täter ziehen. Und auch die Medien werden ihre guten Grüne haben, diese nicht zu nennen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter


(1) https://www.focus.de/politik/deutschland/aussergewoehnliche-fernsehansprache-im-video-bundespraesident-steinmeier-jeder-von-ihnen-hat-menschenleben-gerettet_id_11874281.html
(2) https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/frankfurt-stangen-latten-steine-schock-angriff-auf-corona-streife-69987232.bild.html
(3) https://www.focus.de/panorama/welt/trotz-corona-beschraenkungen-polizei-mit-steinen-beworfen-43-festnahmen-bei-unruhen-nach-tod-eines-19-jaehrigen-in-bruessel_id_11874586.html
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Anderlecht

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