Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne): Sie will Kreuz vom Humboldt Forum nehmen lassen

Guten Morgen liebe Hessen

Die gute Nachricht: Claudia Roth ist nicht mehr Vizepräsidentin des Bundestages. Die schlechte: sie ist Kulturstaatsministerin der Ampel-Regierung. Der eine oder andere hatte bei ihrer Ernennung sicher gehofft, dass sie da wenig anrichten kann. Das war sicher ein Irrtum. Denn sie ist für alles zuständig, was unter dem Begriff „Kultur“ verstanden werden kann – also praktisch alles. So z.B. das Humboldt Forum, also die Rekonstruktion des alten Stadtschlosses in Berlin. Das wurde – zumindest äußerlich – weitgehend rekonstruiert, d.h. mit dem christlichen Kreuz auf der Kuppel und einem christlichen Spruch, den König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nach dem Bau einer Schlosskapelle aus mehreren Bibelversen zusammensetzte („Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind“) (1).

Über den Spruch kann man sicher streiten, aber das Kreuz symbolisiert die christliche Tradition des Landes. Die Ministerin stören die Inschrift, insbesondere aber auch das Kreuz und sie fordert, beides zu entfernen: „Wir müssen uns dringend darüber verständigen, wie das Humboldt Forum zu einem Ort der Weltoffenheit werden kann. Da gibt es viel Gesprächsbedarf“. Ihr sei unklar, wie es zu der Kuppelinschrift kam: „Und dann setzt man auch noch ein Kreuz obendrauf als Beleg der großen Weltoffenheit. Also, da will ich ran“ (1). Da ist sie nicht die erste und sie befindet sich auch in „guter“ Gesellschaft. Das christliche Kreuz hat in unserem Land eine lange Tradition und findet sich an vielen Orten. Nicht nur auf jeder Kirchturmspitze und in jeder Kirche und auf allen Friedhöfen, sondern auch vielfach im Gelände und in der freien Natur als Kruzifix oder Gipfelkreuz. Bis vor einigen Jahren waren Kreuze auch in vielen öffentlichen Gebäuden üblich, z.B. in Schulen und Gerichtssälen. Gestört hat das eigentlich niemanden – auch Nicht-Christen oder Atheisten haben nie Anstoß daran genommen. Nur Vertreter der Religion des Friedens fühlen sich hin und wieder durch das Kreuz beleidigt. Und so werden sukzessive Kreuze abgehängt oder entfernt, weil man niemanden beleidigen oder diskriminieren will. Selbst hochrangige Vertreter christlicher Kirchen legen ihr Kreuz, das sie als Repräsentanten ihrer Glaubensgemeinschaft ausweist, aus Rücksicht auf Nicht-Christen ab – wie z.B. Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm auf dem Jerusalemer Tempelberg. So wurde vor einigen Jahren auf einem Prospekt, der zahlungsfähige arabische Touristen in die Tourismusregion Garmisch-Partenkirchen locken sollte, das Gipfelkreuz auf der Zugspitze wegretuschiert (2).

Claudia Roth wird es jedoch nicht beim Wegretuschieren belassen. Sie verlangt, das Kreuz auch tatsächlich zu entfernen. Und das wird nur der Anfang sein. Sie wird sicher auch die Entfernung weiterer Kreuze und christlicher Symbole verlangen, weil sich dadurch jemand diskriminiert fühlen könnte.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/472965/4-5

(2) https://www.sueddeutsche.de/bayern/diskussion-um-zugspitz-werbung-das-ist-der-gipfel-1.1440890

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