LAGE AUF LESBOS: STATT BESSERE LAGER, BESSERE SICHERUNG DER AUSSENGRENZEN

Guten Morgen liebe Hessen,

Lesbos – früher eine beliebte Urlaubsinsel – zeigt heute das ganze Dilemma der sog. Flüchtlingskrise. Auf Lesbos befindet sich ein Lager, in dem „Geflüchtete“ untergebracht sind, die aus ihren Heimatländern – u.a. Syrien, Irak – in die Türkei geflohen sind und von dort versuchen, in die EU zu gelangen. Lesbos liegt – wie einige andere griechische Inseln auch – nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt und ist daher von der Türkei mit kleinen Booten gut erreichbar.

Viele „Geflüchtete“, die in der Türkei eigentlich in Sicherheit sind, setzen daher auf die griechische Insel über in der Hoffnung, von dort auf das Festland und weiter nach Deutschland zu kommen. Aber zunächst müssen sie auf der Insel registriert werden, was jedoch aus verschiedenen Gründen längere Zeit in Anspruch nimmt. Und so finden sich die „Geflüchteten“ in völlig überfüllten Lagern wieder. Bewohner der Lager sind teilweise in Zelten untergebracht oder schlafen unter freiem Himmel, für mehr als 10.000 Personen sind nur zwei Ärzte und ein Psychologe zuständig (1).

Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind aktuell etwa 30.000 Personen untergebracht, teils unter prekären Umständen. Im Lager Moria auf Lesbos leben rund 13.000 Menschen, obwohl es nur für 3.000 ausgelegt ist (2).

In diesem Lager kam es kürzlich zu Bränden in den Unterkünften, wobei auch mehrere Menschen zu Tode kamen. Im Zusammenhang mit diesen Bränden kam es im Lager auch zu Unruhen unter den Bewohnern mit schweren Ausschreitungen (2, 3). Nach Augenzeugenberichten haben sich während des Feuers Bewohner des Lagers zusammengeschlossen und sind gewaltsam gegen Feuerwehrleute vorgegangen, die die Brände löschen wollten (4).

Zahlreiche Politiker und Organisationen bieten „Lösungen“ des Problems an: Rückführung der „Geflüchteten“ in die Türkei (Bundesregierung) oder Aufnahme in EU-Staaten (Pro Asyl) (5). Und es wird gefordert, dass die Bewohner der Lager besser untergebracht und die Verfahren beschleunigt werden (1). Wie das konkret aussehen soll, erklärt jedoch niemand. Bessere Unterbringung, mehr Ärzte und Psychologen, mehr Beamte zur Bearbeitung der Anträge kann man leicht fordern. Geld kann man drucken (wird auch gemacht), aber kompetentes Fachpersonal nicht. Und selbst wenn man das Personal hätte – niemand kann gezwungen werden, in einem Lager zu arbeiten. Die meisten Ärzte und Psychologen ziehen es vor, unter angenehmeren und komfortableren Bedingungen zu arbeiten.

Und so kann die Lösung des Problems nicht darin liegen, Lager auf griechischen Inseln besser auszustatten oder „Geflüchtete“ mit der Türkei auszutauschen, sondern die Außengrenzen zur EU zu sichern und nur solchen Personen die Einreise zu erlauben, die eine entsprechende Genehmigung vorweisen können.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-10/griechenland-fluechtlingspolitik-mittelmeer-lesbos-asylantraege
(2) https://www.welt.de/politik/ausland/article201150244/Fluechtlinge-auf-Lesbos-Mutter-und-Kind-sterben-bei-Feuer-in-Auffanglager.html
(3) https://www.spiegel.de/politik/ausland/lesbos-feuer-auf-moria-fluechtlinge-kommen-aufs-festland-a-1289433.html
(4) https://www.tagesschau.de/ausland/lesbos-fluechtlingslager-105.html
(5) https://www.zdf.de/nachrichten/heute/zwei-fluechtlinge-in-lager-auf-lesbos-bei-feuer-umgekommen-100.html

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren