LAGER MORIA BRENNT: Forderung von Migranten werden erfüllt

Guten Morgen liebe Hessen,

„Flüchtlingslager Moria auf Lesbos steht in Flammen“ – so oder ähnlich war es in allen Zeitungen zu lesen. In der Nacht zum 09.09.2020 waren an mehreren Stellen des Lagers Brände ausgebrochen, die sich wegen des starken Winds schnell ausbreiteten. Soweit bekannt, konnten alle Bewohner das Lager verlassen. Die Ursache der Brände ist noch unklar, aber eine Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen. Die Angaben darüber sind widersprüchlich. Teilweise wird von Brandstiftung durch Inselbewohner berichtet, teilweise sollen Migranten selbst Feuer gelegt haben (1). Der griechische Minister Mitsotakis kritisierte Migranten, die nach seiner Auffassung offensichtlich Feuer gelegt und die anrückende Feuerwehr dann daran gehindert hätten, den Brand zu löschen (2).

Flüchtlingsinitiativen – wie etwa Sea-Watch – haben bereits seit langem die Aufnahme von Migranten aus Moria in Deutschland gefordert (3). Nachdem eine europäische Lösung des Problems nicht gefunden sei, müssten nunmehr einzelne Staaten vorangehen und die Flüchtlinge aufnehmen (2). Welche Staaten – genauer: welcher Staat – das sein soll klar: Deutschland. Und Politiker der SPD und der Grünen fordern, nunmehr sofort Personen aus dem Lager aufzunehmen (2). Andere Länder sind da wesentlich zurückhaltender oder lehnen eine Aufnahme strikt ab – wie etwa Österreich (2).

Die Begründung ist auch nachvollziehbar: würden jetzt Personen aus dem Lager in Deutschland oder anderen EU-Ländern mit hohen Standards bei der Unterbringung und Versorgung aufgenommen, hätte dies eine Sogwirkung auf zahllose andere Migranten. Schlimmer noch: es wäre das eindeutige Zeichen, dass Migranten praktisch alle Forderungen dann durchsetzen können, wenn ein Flüchtlingslager niederbrennt. Und da ist es unerheblich, ob die Brände in Moria tatsächlich von den Migranten selbst oder von anderen gelegt wurden. Denn jeder würde erkennen: wenn es brennt, handeln zumindest bestimmte Länder im Sinne der Forderungen von Migranten. Forderungen, die über Jahre erfolglos erhoben wurden.

Und möglicherweise wird der eine oder andere diesen Mechanismus nicht nur erkennen, sondern auch zukünftig in Gang setzen, wenn sie unzufrieden sind. Denn eines ist klar: die Migranten, die nach Deutschland kommen, finden dort keine Villa am Starnberger See vor. Nicht mal ein bescheidenes Reihenhäuschen, wie es der Schlepper versprochen hatte. Sondern sie werden in Sammelunterkünften am Stadtrand untergebracht – zusammen mit vielen anderen Migranten, mit denen sie wegen unterschiedlicher Herkunft oder unterschiedlicher Religion nicht zusammenleben wollen. Und sie kommen in ein Land, das zwar reich ist und deren Bewohner ihnen täglich ihren Reichtum vor Augen führen, an dem sie aber nicht teilhaben können, weil ihnen meist alle Voraussetzungen dazu fehlen – vor allem Sprachkenntnisse und Ausbildung.

Und so wird das eintreten, was vielerorts bereits Realität ist. Migranten sind mit der Unterbringung unzufrieden – z.B. wegen räumlicher Enge, unzureichender Kochmöglichkeit, fehlendem WLAN und Hygienemängeln – und versuchen, ihre Forderungen gewaltsam durchzusetzen (4). Und vielfach haben sie Erfolg damit.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/riesige-flammen-ragen-in-den-himmel-offenbar-fast-alle-bewohner-evakuiert-fluechtlingslager-moria-auf-lesbos-steht-in-flammen_id_12409411.html
(2) https://www.focus.de/politik/ausland/nach-moria-brand-laschet-will-bis-zu-1000-fluechtlinge-aus-lesbos-in-nrw-aufnehmen_id_12409411.html
(3) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/stuhle-vor-reichstag/
(4) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/464735/40-41

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