Limburger Axtmörder: Maximalstrafe, aber keine niedrigen Beweggründe

Guten Morgen liebe Hessen,

Mit Limburg assoziiert man bis heute in erster Linie den „Protz-Bischof“, der sich vor einigen Jahren für mehr als 30 Millionen eine neue Residenz errichten ließ, inzwischen aber längst in Rom mit dem Thema Erwachsenenkatechumenat (es lohnt sich nicht, zu googeln, was das ist) befasst ist. Dabei war Limburg im vergangenen Jahr Schauplatz eines viel spektakulären Ereignisses, das auch im weiteren Sinne mit Religion zu tun hat. Da tötete ein „Mann mit tunesischen Vorfahren“ seine von ihm getrennt lebende Ehefrau, indem er sie zunächst auf dem Gehweg mit seinem Auto anfuhr und dann mit einer Axt enthauptete (1).

Jetzt wurde der Täter – Imad A. – von der großen Strafkammer des Landgerichts Limburg verurteilt: lebenslange Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Immerhin die maximal mögliche Strafe, die das StGB für einen Ersttäter vorsieht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des Verurteilten kündigte die Revision beim Bundesgerichtshof an, da er „über manche Ausführungen sehr erstaunt“ ist und daher glaubt, dass der Bundesgerichtshof Rechtsfehler erkennen wird. Im Vorfeld des Verfahrens hatte er wohl gehofft, die Schuldfähigkeit seines Mandanten in Zweifel ziehen zu können, was ihm aber nicht gelang (2).

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft – bis auf einen Punkt. Die Kammer sah das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben an und auch die besonders grausame Ausführung der Tat, nicht jedoch die niedrigen Beweggründe (2). Auch wenn das an der Strafe nichts ändert: auch – und gerade dieses – Mordmerkmal dürfte erfüllt sein. Und das Gericht lieferte sogar die Begründung. Der Verurteilte hatte seine Frau „kontrolliert und psychisch dominiert“ und auch korankonform gezüchtigt.

Er sprach ihr ohne eine Beziehung mit ihm das Lebensrecht ab (3). Soll heißen: er betrachtete sie als sein Eigentum, mit dem er nach Belieben verfahren konnte – also auch töten. Damit ist aber sicher das Mordmerkmal der niederen Beweggründe erfüllt. Warum das Gericht das anders gesehen hat, kann man nur vermuten: vielleicht wollte es nicht die kulturellen und religiösen Hintergründe der Tat beleuchten, um nicht als fremden- und islamfeindlich zu erscheinen. Denn zur Maximalstrafe reichten die übrigen Gründe auch aus.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/461679/1-
(2) https://epaper-ifnp.fnp.de/webreader-v3/index.html#/464989/8-9
(3) https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/limburg-ehefrau-fast-gekoepft-axt-killer-muss-fuer-immer-in-den-knast-71668328.bild.html

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