Linguist*In (???) Lann Hornscheidt: Deutsche Sprache ist diskriminierend

Guten Morgen liebe Hessen,

Rassismus ist in Deutschland das beherrschende Thema der Zeit. Corona und andere Pan- und Epidemien kommen und gehen – der Rassismus bleibt. Und er lauert überall, selbst dort, wo man ihn nicht vermutet. Wie etwa beim früheren Berufswunsch einer Grünen-Kandidatin, Indianerhäuptling werden zu wollen. Rassismus fängt bei der Sprache an und die deutsche Sprache ist voll davon: Zigeunerschnitzel und – soße, Mohren und Neger und eben Indianer. Und da ist es natürlich hilfreich, wenn der ahnungslose Nutzer der Sprache auf die vielen rassistischen Stereotypen aufmerksam gemacht wird, die ihm als vom Rassismus nicht betroffenen Hellhäutigen nicht auffallen. Da kommt der „Antirassismus-Knigge“ von Lann Hornscheidt wie gerufen. Lann (eigentlich: Antje) Hornscheidt ist eine Berliner Linguistin (???), die dadurch bekannt wurde, dass sie die generelle zweigeschlechtliche Grundkonzeption der Gesellschaft – von ihr als „Zweigenderung“ bezeichnet – grundsätzlich ablehnt. Und sie lehnt es auch ab, sich einem bestimmten Geschlecht zuordnen zu lassen: „Ich möchte mich in der Anrede nicht als Frau oder Mann identifiziert finden“. In einem SPIEGEL-Interview auf die doch offensichtlichen biologischen Unterschiede angesprochen, antwortete sie:

„Auch in der Biologie können Sie keinen eindeutigen Schnitt machen. Bei welcher körperlichen Ausprägung fängt eine Frau an? Wo ein Mann? Das sind immer soziale Konstrukte“. Unter diesen Konstrukten leiden offensichtlich nicht wenige, denn – so Hornscheidt: „In meine Sprechstunde kommen zum Beispiel Studierx, die nicht mehr in Lehrveranstaltungen gehen, weil sie immer als Herr oder Frau Sowieso angesprochen werden und sich diskriminiert fühlen“ (1). Möglicherweise hat sie einen Identitätskonflikt, den sie jedoch nicht – wie es naheliegend wäre – therapieren lässt, sondern in ihrer „Wissenschaft“ auslebt, indem sie versucht, ihr Problem durch sprachliche Umerziehung ihrer Umwelt zu lösen.

In einem Gastbeitrag in der Zeit erläutert sie (oder er/es ?), dass „als beschädigend angesprochene Benennungen wie „Farbige“ oder „Dunkelhäutige“, das „N-Wort“ oder das „Z-Wort“ dauernd wiederholt“ werden. Rassistische Metaphern wie „Schwarzfahren“ und „Schwarzsehen“, „schwarzmalen“ und „schwarze Schafe“ werden nicht hinterfragt: „auf diese Weise werden rassistische Vorstellungen genährt und bestätigt, weitergeführt und fließen als subtile Gewalt ins eigene Leben ein“. Erste Lektion: „Benennen Sie Diskriminierungen als gewaltvolle Handlungen“ (2). Diskriminieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „unterscheiden“. Und genau dazu ist Sprache da: Dinge zu unterscheiden und entsprechend zu bezeichnen, damit klar ist, was gemeint ist. Zweite Lektion: „Schreiben Sie Menschen nicht gruppenbezogene Eigenschaften zu“ (2). Eigenschaften sind fast immer gruppenbezogen und werden häufig auch gerade über die Gruppenzugehörigkeit definiert. Der Dunkelhäutige ist dunkelhäutig und der Asiate sieht asiatisch aus. Und es liegt in der Natur der Sache, dass Menschen immer einer oder mehreren Gruppen zugeordnet werden und mit deren Eigenschaften assoziiert werden. Und diese Gruppenzugehörigkeit wird vielfach äußerlich sichtbar gemacht: Polizisten tragen eine Uniform, damit sie als solche erkennbar sind, Straßenarbeiter einen orangen Anzug und Ärzte einen weißen Kittel. Und jedem Angehörigen einer bestimmten Gruppe wird deren allgemeine Eigenschaften zugeschrieben: Polizisten gelten als korrekt und unbestechlich, Ärzte als kompetent und hilfsbereit – auch wenn das im Einzelfall nicht immer zutrifft.

Wer nicht diskriminieren und bezeichnen will, muss daher zukünftig ganz auf die Sprache verzichten. Das wäre auch eine Lösung für Lann Hornscheidt. Denn ohne Sprache werden auch keine Linguisten (und vor allem Linguistinnen) mehr benötigt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter


1. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gendertheorie-studierx-lann-hornscheidt-ueber-gerechte-sprache-a-965843.html
2. https://www.zeit.de/zeit-wissen/2020/01/diskriminierung-antirassismus-adolph-freiherr-knigge-update/komplettansicht

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