Linienbus im Allgäu – kulturelle Bereicherung?

Guten Morgen liebe Hessen,

Mit dem Allgäu assoziieren die meisten eine ländlich geprägte Voralpenregion, in der es – abgesehen von nächtlichen Wirtshausschlägereien – meist friedlich zugeht. Den meisten gefällt das wahrscheinlich – einigen aber auch nicht. Die möchten das verändern – und zwar drastisch. So wie die Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt. Und sie hatte – wie so oft – auch hier Erfolg, wie eine Schlagzeile im FOCUS zeigt: „Vor den Augen von Schulkindern: Mann ersticht Ex-Frau im Linienbus“. In Obergünzburg hatte ein 37-jähriger „Mann“ um die Mittagszeit seine von ihm getrennt lebende 27-jährige Ehefrau erstochen. Und das in einem mit Schülern vollbesetzten Linienbus (1).

Der eine oder andere wird bei den Worten „Mann“ und „Messer“ fremdenfeindlich und vorurteilsbeladen an einen Rechtgläubigen aus dem Orient gedacht haben. Der FOCUS verrät keine weiteren Details, um keine weiteren Vorurteile zu schüren. Aber die BILD-Zeitung hilft wie so oft weiter. Sie berichtet: „Afghane war der Polizei bereits wegen eines früheren Übergriffs bekannt“. Und auch im Polizeibericht stehen die wesentlichen Details: „Der Tatverdächtige ist der Polizei bereits aus November 2019 bekannt, als es zu einem Übergriff gegenüber seiner getrennt lebenden Frau kam“ (2). Tatmotiv dürfte – wie so oft – die verletzte Ehre des Mannes sein, den die Ehefrau verlassen hat. Man kann sich auch denken, warum:

Die Frau hat beobachtet, dass in Deutschland eine völlig andere Gesellschafts- und Rechtsordnung herrscht als in der afghanischen Heimat. Dort können Frauen sich frei bewegen, haben dieselben rechte wie Männer und sind nicht deren Eigentum. Diese Gesellschaftsordnung hat ihr möglicherweise mehr zugesagt als die afghanische und so hat sie sich von ihrem Mann – aus welchen Gründen auch immer – getrennt. In ihrem Heimatland unmöglich – in Deutschland normal und erlaubt. Und so hat sie vermutlich bereits die ersten Schritte ihrer Integration in eine andere Gesellschaftsordnung mit ihrem Leben bezahlt.

Immerhin sorgen sich die zuständigen Behörden um die unfreiwilligen Zuschauer: „Kinder, die Fahrgäste im Bus waren und den Vorfall miterlebt haben, können auch weiterhin psychosoziale Betreuung in Anspruch nehmen“ (2). Zuständig ist das Bayerische Rote Kreuz. Wie diese psychosoziale Betreuung aussieht, kann man sich vorstellen. Vielleicht erklären die Psychologen den Kindern, dass die Szene, die sie beobachten haben, zu der drastischen Veränderung unseres Landes gehört, auf die sich die Grünen-Vorsitzende gefreut hat. Und dass die Szene Ausdruck der Buntheit und kulturellen Vielfalt ist, die sich jeder wünschen muss, damit er nicht als rückständiger Rassist und Fremdenfeind dasteht. Und dass alle Kulturen gleichwertig sind und niemand eine Kultur ablehnen soll, nur weil deren Ausdrucksformen ihm fremd und ungewohnt erscheinen. Denn unser Land soll offen für alle Kulturen sein.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/im-ostallgaeu-vor-den-augen-der-anderen-passagiere-mann-ersticht-ex-frau-im-bus_id_12180758.html
(2) https://www.bild.de/news/2020/news/bluttat-in-bayern-mann-ersticht-ex-frau-in-linienbus-71728496.bild.html

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren