Malediven-Minister fordert: weniger CO2 – sonst Fluchtwelle nach Europa

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich warnte der Außenminister der Malediven in einem Interview vor dem Untergang seines Inselstaats durch den Klimawandel. „Wenn sich nichts ändert, droht uns der Untergang durch Überflutung“, sagte der Minister in einem Interview mit der BILD. Ein Teil seines Inselreichs sei schon weggeschwemmt. Er forderte das Einstellen der Treibhaus-Emissionen, der Abholzung von Wäldern und der Verwendung von Einweg-Plastik.

Wenn der Meeresspiegel weiter steige, sei der gesamte Staat Malediven bedroht. Dann müsse die Bevölkerung irgendwo hin. Und das habe auch Folgen für Europa, denn „die nächste große Welle der Klima-Flüchtlinge wird aus Asien kommen“, so der Minister (1).

Für alle, die noch nie auf den Malediven waren: es handelt sich um einen Inselstaat im Indischen Ozean mit etwa 400.000 Einwohnern. Der Islam ist die alleinige Staatsreligion. Es gibt keine Religionsfreiheit, die öffentliche Religionsausübung anderer Religionen wird strafrechtlich verfolgt. Grundrechte wie die Rede- und Meinungsfreiheit sind – wie in vielen anderen islamischen Ländern auch – eingeschränkt.

Der Staat lebt praktisch ausschließlich vom Tourismus. Hotels und Resorts werden ohne Rücksicht auf die Natur oder Umwelt errichtet. Durch Ausbaggern und Sandpumpen werden schwere Schäden an den Riffen hervorgerufen. Strom wird nicht mit Windrädern oder Sonnenkollektoren erzeugt, sondern fast ausschließlich mit Dieselgeneratoren. Der Müll – auch Plastikmüll – wird überwiegend im Meer „entsorgt“, ebenso Altöl und Bauschutt. Der Inselstaat hat Probleme mit dem Meeresspiegel, was aber weniger am Meer liegt als vielmehr am Absinken der Inseln durch tektonische Verschiebungen und an den Baumaßnahmen für den Tourismus.

Dass sich der Außenminister ausgerechnet in Deutschland zu Wort meldet – und nicht etwa in China, von woher die meisten Touristen kommen – ist verständlich. Hier schlägt das Klima-Gewissen und hier findet er auch Gehör. Da ist es auch egal, dass Plastikmüll nicht über Rhein und Elbe in die Weltmeere gelangt, sondern vor allem über die Kloaken Asiens und Afrikas. Und auch die CO2-Bilanz des Inselreichs dürfte deutlich schlechter sein als die Deutschlands: alle Touristen müssen mehr als 10 Stunden mit dem Flugzeug anreisen und fast alles, was die Touristen dort konsumieren, muss aus fernen Ländern importiert werden – per Flugzeug oder Schiff.

Und so würde der Appell des Ministers in China auch überhört (falls er ihn dort überhaupt hätte vortragen dürfen). Und China käme als Klima-Fluchtziel auch kaum in Frage: dort gibt es weder lebenslange leistungslose Vollversorgung mit Wohnung, Essen, medizinischer Versorgung und Smartphone noch Sonderrechte für den Islam. In China wird niemand mit 4 Frauen und 23 Kindern mit mehr als 30.000 Euro alimentiert. Das entspricht 235.000 Yuan – also mehr als das hundertfache Monatsgehalt eines Arbeiters in China. Diese Alimentierung gibt es nur in Deutschland. Und deshalb hat der Minister sein Anliegen in Deutschland vorgebracht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/wissen/klima/zeit-sei-gestern-abgelaufen-malediven-minister-warnt-vor-untergang-der-inselgruppe-mit-folgen-fuer-europa_id_10809273.html

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