Mallorca: keine „Kuscheljustiz“ – Tatverdächtige nach Brandstitung inhaftiert

Guten Morgen liebe Hessen,

Mallorca
ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Teile der Insel sind zum
Paradies für Prols verkommen, die ihren Urlaub dazu nutzen, sich jeden Tag
volllaufen zu lassen und sich nach Kräften daneben zu benehmen (weil sie das
zuhause meist nicht können). So auch einige junge Männer – wohl Mitglieder
eines Kegelvereins – aus dem Münsterland, die an einem Freitag auf der Insel
einschwebten. Offensichtlich kamen sie mittags bereits alkoholisiert in ihrem
Hotel an, wo sie auf dem Balkon kräftig weiterfeierten. Im weiteren Verlauf
hatten sie Zigarettenkippen auf ein unter dem Balkon befindliches Strohdach
geworfen, das sofort Feuer fing. Nach den Aussagen einer Nachbarin haben die
jungen Männer den von ihnen ausgelösten Brand mit ihren Handys gefilmt und
dabei gegrölt. Als sich das Feuer weiter ausbreitete, hätten sie den Balkon
panisch verlassen. Bei dem Brand wurden zwei Personen leicht verletzt, der
Sachschaden wird auf über 150.000 Euro geschätzt (1).

Ein
Vorfall, wie er sicher auch in anderen Urlaubsregionen oder auch in Deutschland
hätte passieren können. Aber die spanische Justiz hat an diesem Beispiel
gezeigt, wie man angemessen auf solches Verhalten reagiert. Alle 13 Männer der
deutschen Gruppe – unter ihnen auch einige Feuerwehrmänner – wurden sofort
festgenommen und inhaftiert. Der zuständige Ermittlungsrichter verhängte für
alle Untersuchungshaft ohne die Möglichkeit, gegen eine Kaution freizukommen.
Den 13 mutmaßlichen Brandstiftern drohen längere Haftstrafen. Wenn sie
angeklagt und für schuldig befunden werden, müssen sie mit mehrjährigen
Haftstrafen rechnen. Je nachdem, ob das Gericht auf Fahrlässigkeit oder Vorsatz
erkennt und ob eine Gefährdung von Menschenleben angenommen wird, kann die
Haftdauer bis zu 20 Jahren betragen. Bislang verweigern die 13 Beschuldigten
jede Aussage (1).

Die
Untersuchungshaft ist im vorliegenden Fall angemessen und gerechtfertigt, zumal
die Tatverdächtigen jede Kooperation mit den Ermittlungsbehörden verweigern.
Soweit der Tatbestand der Brandstiftung erfüllt ist, erscheint eine mehrjährige
Haftstrafe ohne Bewährung durchaus angemessen. Pech für die jungen Männer, dass
sie sich Spanien als Urlaubsziel ausgewählt haben. Auf Sylt oder an der
Ostseeküste würden sie sicher eine deutlich nachsichtigere Behandlung erfahren.
Die Untersuchungshaft bliebe ihnen vermutlich erspart, die Anklage würde –
falls es überhaupt zur Anklage käme – vermutlich auf fahrlässige Brandstiftung
im minderschweren Fall (da keine Toten) lauten und der Alkoholkonsum würde
strafmildernd gewertet. Das Urteil würde dann vielleicht auf 1 bis 2 Jahre auf
Bewährung lauten – falls es überhaupt zu einem Urteil käme. Denn es ist
durchaus denkbar, dass das Verfahren eingestellt würde, da nicht nachgewiesen
werden könnte, wer eigentlich die Zigaretten auf das Dach geworfen hatte, die
den Brand verursacht haben. Und falls die Tatverdächtigen einen Migrationshintergrund
hätten, würde vermutlich ohnehin Schuldunfähigkeit wegen einer psychischen
Erkrankung angenommen.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/brand-in-ballermann-lokal-13-deutsche-auf-mallorca-festgenommen_id_102818406.html

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