Medizin-Nobelpreis erneut an alte, weiße Männer – wieder kein Muslim und kein Schwarzafrikaner

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor einigen Tagen war es wieder soweit. Das schwedische Nobelpreis-Komitee gab die diesjährigen Preisträger der Kategorie Medizin bekannt. Wie häufig sind es drei an der Zahl. Und wie fast immer alte weiße Männer. Alle drei zwischen 60 und 70, alle aus dem englischen Sprachbereich. Keine einzige Frau, kein Schwarzer und natürlich auch kein einziger Angehöriger der Religion des Friedens. Wie seit 120 Jahren.

Also keine Überraschung. Seit der ersten Preisvergabe 1901 wurden die wissenschaftlichen Auszeichungen ganz überwiegend an alte weiße Männer vergeben. Von den bisher knapp 700 Preisträgern der Kategorien Chemie, Physik, Medizin und Wirtschaft sind nur 21 Frauen (3 Prozent). Zwei Muslime sind darunter und kein einziger Schwarzafrikaner.

Hier stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen. Mit der hat sich sogar eine Muslimin befasst: Lamya Kaddor, „deutsche Lehrerin, muslimische Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin und Publizistin“ – also anerkannte Expertin (1). Sie sagt, das hat nichts mit dem Islam oder der angeblichen Bildungsfeindlichkeit des Islam zu tun. Denn die muslimische Welt war weltweit führend in der Wissenschaft. Jedenfalls früher. Da hätten Muslime alle Nobelpreise abgeräumt: etwa der Mathematiker Khawarizmi, der Physiker Al-Biruni, der große Naturwissenschaftler Ibn al-Haytham oder der berühmte Mediziner Ibn Sina (2). Aber die waren leider alle längst tot, als Alfred Nobel sein Testament verfasste.

Der Grund, warum es so gut wie keine Nobelpreisträger aus islamischen Ländern gibt, liegt laut Lamya Kaddor darin, dass heute die Wissenschaft in westlichen Ländern viel effizienter ist und die Forschungseinrichtungen finanziell viel besser ausgestattet sind (2). Es liegt also nicht an der Bildungsfeindlichkeit, sondern am Geld. Geld ist aber in einigen islamischen Ländern mehr als genug da: zum Beispiel in Saudi-Arabien oder den Emiraten. Dort müssten Bildungseinrichtungen wie Pilze aus dem Boden schießen. Tun sie aber nicht. Und der Emir gibt sein Geld lieber für PS-starke Boliden, die Falkenzucht oder eine Fußball-WM aus. Da bleibt nicht mehr viel für die Wissenschaft. Und die meisten islamischen Länder sind ohnehin arm. Weil sie in Kriegstrümmern liegen (Syrien, Irak, Jemen, Libyen, Afghanistan) oder sich in politisch und wirtschaftlich schwierigen Situationen befinden (Türkei, Ägypten, Tunesien, Pakistan, Bangladesch) (2). Nach den Ursachen dafür fragt Lamya Kaddor nicht. Der Islam jedenfalls kann es nicht sein.

Denn der Islam per se ist perfekt. „Alles Wissen ist schon im Koran angelegt und Wissenschaft muss sich daran messen“ – so der Islamwissenschaftler Thomas Eich: „Ist der Koran mit der Wissenschaft nicht vereinbar, liegt automatisch die Wissenschaft falsch“ (3). Und wenn alles Wissen bereits im Koran angelegt ist, ist Wissenschaft – jedenfalls so, wie wir sie verstehen – überflüssig. Denn Wissenschaft bedeutet, ständig die als gültig anerkannten Hypothesen in Frage zu stellen und zu überprüfen. Und das unabhängig von politischen oder religiösen Vorgaben.

Und wer davon überzeugt ist, dass die ganze Wahrheit schon im grünen Buch steht, hat keinen Anlass weiter zu forschen. Und bekommt natürlich auch keinen Nobelpreis. Aber vielleicht gibt es irgendwann einmal einen Nobelpreis für Islamwissenschaft und Koranstudien.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Lamya_Kaddor
(2) https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_82400156/warum-geht-der-nobelpreis-fast-nie-an-muslime-.html
(3) https://www.freiewelt.net/blog/warum-kriegen-muslime-keinen-nobelpreis-10044029/

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