Mehr Platz für Migranten – Hofreiter will Einfamilienhäuser verbieten

Guten Morgen liebe Hessen,

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, hat sich kürzlich kritisch zum Neubau von Einfamilienhäusern geäußert: „Einparteienhäuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr“ (1).

Dass Einfamilienhäuser mehr Fläche verbrauchen als Wohnblocks oder gar Wohnhochhäuser, ist natürlich richtig. Aber genau das ist auch der Grund, warum sich jemand ein Einfamilienhaus zulegt: er möchte nicht auf engstem Raum mit anderen zusammenwohnen, sondern einen räumlichen Abstand zu seinen Nachbarn. Dieser Wunsch nach Distanz ist ein Grundbedürfnis nicht nur des Menschen, sondern der meisten Lebewesen. Tiere suchen sich in freier Wildbahn ein Revier, in dem sich noch kein Artgenosse befindet, um dort zu leben. Vögel bauen sich ihr Nest im Abstand zu anderen Nestern, um nicht gestört zu werden. Dass sich viele Menschen den Wunsch eines Einfamilienhauses nicht erfüllen können, liegt einfach daran, dass die finanziellen Mittel fehlen. Selbst ein bescheidenes Reihenhaus kostet in Großstädten wie München oder Frankfurt heute über 1 Mio. Euro, ein freistehendes mindestens das Doppelte. Wer daher heute in der Großstadt wohnen will oder muss, kann sich in der Regel nur eine Etagenwohnung leisten.

In den Städten herrscht – so Hofreiter – eine „gigantische Wohnungsnot“. Um für alle bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, „müssen die wenigen Flächen, die es gibt, bestmöglich genutzt werden“. Die Kommunen könnten durch entsprechende Bebauungspläne dafür sorgen, dass der knappe Raum so gut wie möglich benutzt werde (2). Auch das Baukindergeld der Bundesregierung kritisierte Hofreiter. Er hält es für einen Fehler, den Besitz von Wohnraum „staatlich zu finanzieren“. Stattdessen sollte Steuergeld dazu verwendet werden, „um bei den Mieten Abhilfe zu schaffen“ (1). Das ist natürlich Unsinn. Der beste Mieterschutz ist, ihm die Möglichkeit von Wohneigentum zu schaffen. Aber das wollen die Grünen vermutlich nicht. Und so attestierte der thüringische CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte Hofreiter ein „gestörtes Verhältnis zum Eigentum und der Lebensrealität im ländlichen Raum“ (3). Der SPD-Fraktionsvize Sören Bartol äußerte sich wie folgt: „Die Grünen sind an Populismus und Scheinheiligkeit wieder einmal nicht zu überbieten“ (2).

Mit der Wohnungsnot – oder besser Wohnungsknappheit – in Ballungsgebieten hat Hofreiter natürlich Recht. Tatsächlich besteht gerade in Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage – insbesondere im niedrigen – „bezahlbaren“ – Preissegment. Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen – aber insbesondere auch eine: die unkontrollierte Zuwanderung von mehr als 2 Millionen Menschen innerhalb weniger Jahre. Und die Zuwanderer suchen alle Wohnraum im unteren Preissegment und überwiegend in den Großstädten. Und da kann man ganz einfach rechnen: bisher musste bei einer konstanten Bevölkerungszahl und etwa 35 Millionen Wohneinheiten und einer durchschnittlichen Lebensdauer von Gebäuden von 100 Jahren jährlich etwa 350.000 Wohnungen neu gebaut werden – angesichts der Zuwanderung sind es mindestens 50 Prozent mehr. Dafür ist weder Platz noch Geld da. Und da müssen nach Hofreiters Meinung eben die, die schon länger hier sind, zusammenrücken. Und nicht nur das. Es sollen überall gemischte und „diverse“ Wohngebiete entstehen, wo möglichst alle Kulturen auf engstem Raum zusammenleben. Dass das häufig zu Konflikten führt, interessiert ihn wahrscheinlich nicht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.tagesspiegel.de/politik/viel-flaeche-viele-baustoffe-viel-energie-hofreiter-kritisiert-neubau-von-einfamilienhaeusern/26912140.html
(2) https://www.fr.de/politik/anton-hofreiter-die-gruenen-einfamilienhaeuser-verbieten-interview-hamburg-buendnis-90-90203193.html
(3) https://www.focus.de/politik/deutschland/gestoertes-verhaeltnis-zur-lebensrealitaet-klimaproblem-einfamilienhaus-weiter-geht-es-richtung-gruene-verbotspartei_id_12977367.html

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