Messerangriffe in Asylunterkünften: Was sind die Ursachen?

Guten
Morgen liebe Hessen,

Früher
gab es Kriminalitätsschwerpunkte, in denen besonders häufig Gewaltverbrechen
verübt wurden. Inzwischen ereignen sich diese auch in Gegenden, in denen
bislang nur Landesdiebstähle und Wirtshausschlägereien bekannt waren. So etwa
im beschaulichen Kressbronn am Bodensee. Dort befindet sich eine
Flüchtlingsunterkunft. Einer der Bewohner – ein 31 Jahre alter Mann aus Nigeria
– verschaffte sich in einer Nacht Zutritt zu mehreren Zimmern seiner
Mitbewohner, tötete einen mit einem Messer und verletzte weitere fünf schwer.
Bei dem Getöteten handelt es sich um einen 38 Jahre alten Syrer, bei den
Verletzten um vier Frauen und einem Mann im Alter von 28 bis 37 Jahren. Der
mutmaßliche Täter ist bereits Polizei-bekannt. Vor wenigen Wochen hatte der
Nigerianer in der Unterkunft randaliert und mehrere Mitbewohner mit einem
Messer bedroht. Danach kam er in eine psychiatrische Fachklinik, wurde aber von
dort vermutlich wieder entlassen. Nach den letzten Angriffen kam der Mann in
Untersuchungshaft (1).

Vermutlich
werden jetzt viele lokale Politiker und Betreuer fragen, wie es zu dieser Tat
kommen konnte. Denn offensichtlich gab es zwischen dem Täter und seinen Opfern
keinen Streit – vielmehr wurden die Opfer wahllos und zufällig ausgesucht.
Dabei ist die Erklärung relativ einfach. Denn der Nigerianer ist kein
Flüchtling im Sinne der Flüchtlingskonvention und hat auch keinen Asylanspruch
in Deutschland, da er vor seiner Einreise nicht unmittelbar bedroht war.
Vielmehr handelt es sich um einen Wirtschaftsflüchtling, der ganz gezielt nach
Deutschland einreiste, weil hier die besten Sozialleistungen zur Verfügung
stehen und das Risiko, in die Heimat abgeschoben zu werden, fast null ist. Das
trifft zwar für Deutschland zu, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn viele der
angeblich Schutzsuchenden kommen mit ganz bestimmten Vorstellungen nach
Deutschland, die ihnen häufig von ihren Schleppern vermittelt wurden und die
mit der Realität wenig bis nichts zu tun haben. Viele der Schutzsuchenden haben
berichtet, man habe ihnen ein eigenes Haus und einen gutbezahlten Job
versprochen. In Deutschland angekommen, fanden sie sich dann in einer
Massenunterkunft wieder und wenn sie überhaupt einen Job erhalten haben, dann
irgendeine schlecht bezahlte Handlangertätigkeit. Hinzu kommt die Entwurzelung
von der vertrauten Heimat und Kultur in einem Land mit einer ihnen völlig
unbekannten – und zudem schwer erlernbaren – Sprache und ihnen völlig fremden
Sitten und Gebräuchen. Im Ergebnis dürfte dies bei vielen Zuwanderern zu erheblicher
Enttäuschung und Frustration führen. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge aus
Drittweltländern mit fehlender Schul- und Berufsausbildung und ohne
Sprachkenntnisse in hochentwickelten Industrienationen zwangsläufig am Ende der
sozialen Rangskala stehen. Auch das führt zu erheblichem Frust, insbesondere
dann, wenn der Betreffende in der Heimat in der sozialen Skala eine höhere
Position eingenommen hat und wenn er erkennt, dass sich an seiner Situation im
Gastland auch mittelfristig nichts ändern wird.

Angesichts
dieser Situation ist es nicht verwunderlich, wenn nicht wenige der Enttäuschten
ihre aufgestauten Frustrationen auf irgendeine Weise abreagieren – z.B. durch
Messerattacken auf Mitbewohner.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/474618/24-

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