Migranten beklagen Situation in Deutschland – Warum streben dann alle in das Land der Rassisten?

Guten Morgen liebe Hessen,

Am 25. Mai 1963 riefen 31 unabhängige afrikanische Staaten zur Gründung der Organization of African Unity (OAU) auf, deren Ziel eine stärkere Vereinigung der unabhängigen afrikanischen Staaten war. 58 Jahre später erinnern Aktivisten der Gruppe „Black Power“ des bundesweiten „Bündnisses 25. Mai“, das sich aus „Schwarzen Organisationen“ zusammensetzt (gemeint sind natürlich nicht schwarze Organisationen, sondern Organisationen schwarzer Personen). Anlass des Protestzuges sind verschiedene Ereignisse: zum einen der „African Liberation Day“ (Tag der Befreiung Afrikas), der seinen Ursprung im ersten Kongress der Unabhängigen Afrikanischen Staaten hat, der am 15.04.1958 in Ghana stattgefunden hat. Auf dieser Konferenz wurde der erste „African Freedom Day gefeiert“, als Zeichen im „Kampf um Selbstbestimmung und die Befreiung Afrikas von der Ausbeutung durch die imperialistischen Staaten Europas“. Darüber hinaus erinnert die Gruppe „Black Power“ auch an verschiedene getötete Schwarze – u.a. an Christy Schwundeck, die im Mai 2011 im Jobcenter im Frankfurter Gallusviertel von einer Polizeibeamtin in Notwehr getötet wurde (1).

Eine „Initiative Christy Schwundeck“ spricht von „rassistischem Terror durch die Polizei“ als „Bestandteil der alltäglichen Lebensrealität“ (2). Tatsächlich stellt sich der Fall anders dar: im Mai 2011 erschien die Nigerianerin auf dem Jobcenter im Frankfurter Stadtteil Gallus und forderte Bargeld, das ihr jedoch nicht gezahlt werden konnte, da Zahlungen nur bageldlos erfolgen. Daraufhin wurde die Frau ausfallend und bedrohte den zuständigen Sachbearbeiter. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes riefen die Polizei. Als zwei Polizeibeamte erschienen, zückte die Frau ein Steakmesser und stach damit mehrfach auf einen der Beamten ein und verletzte ihn schwer. Daraufhin gab dessen Kollegin einen Schuss aus ihrer Waffe ab, der die Frau tödlich verletzte (3). Die Staatsanwaltschaft stellte eindeutig eine Notwehrsituation fest (4).

Obwohl die Kolonialzeit nunmehr 60 Jahre zurückliegt, muss die Kolonialherrschaft bis zum heutigen Tag für alles Elend des Kontinents herhalten. Das ist natürlich auch viel einfacher, als die Ursache für Korruption, Misswirtschaft, Armut und Elend des schwarzen Kontonents bei deren selbstbestimmten Bewohnern zu suchen. Und obwohl die Bewohner Afrikas vor 60 Jahren ihr Ziel eines selbstbestimmten Lebens erreicht haben, möchten heute 40 % aller Afrikaner – das sind fast 500 Millionen – auswandern (5). Die meisten wollen vermutlich nach Europa – und speziell nach Deutschland. Da stellt sich dann schon die Frage, warum Afrikaner ausgerechnet in ein Land der ehemaligen Kolonialherren auswandern wollen, in dem sie tagtäglich „rassistischem Terror“ und rassistischer Polizeigewalt ausgesetzt sind. Warum bleiben die Bewohner Afrikas nicht in ihren eigenen Ländern, in denen sie heute selbstbestimmt und ohne Herrschaft der verhassten Kolonialherren leben können? Möglicherweise liegt es einfach daran, dass Regierungen und Verwaltung dort korrupt sind oder dass die gesamte Infrastruktur der Länder nicht mehr so gut funktioniert wie zur Kolonialzeit. Oder daran, dass es an Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen mangelt.

Alles das bieten die Länder der EU: eine halbwegs intakte Infrastruktur mit Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Verkehrsmitteln, medizinischer Versorgung und Arbeitsplätzen. Obwohl man die eigentlich nicht benötigt. Denn in Europa gibt es vom Staat auch Geld fürs Nichtstun. Und meist mehr, als man in der Heimat für einen anstrengenden 10-Stunden-Job unter sengender Sonne bekommen würde. Und wenn man in der neuen Heimat nicht arbeiten muss, hat man viel Zeit, auf die Missstände des Gastlandes hinzuweisen. Zum Beispiel die vielen rassistischen Straßennamen, die rassistische Polizeigewalt und natürlich die zahlreichen Mohrenapotheken.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/469123/44-45

(2) http://initiative-christy-schwundeck.blogspot.com/

(3) https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurt-polizei-erschiesst-frau-nach-angriff-in-jobcenter-1641564.html

(4) https://www.spiegel.de/panorama/justiz/verfahren-gegen-polizistin-eingestellt-die-frau-in-jobcenter-erschoss-a-823155.html

(5) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fast-40-prozent-der-afrikaner-denken-ans-auswandern-16113117.html

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