NACH BLUTTAT VON WÜRZBURG: Ausreise von Personen ohne Bleibeperspektive

Guten Morgen liebe Hessen,

Bereits wenige Stunden nach der Bluttat von Würzburg stand für viele Politiker und Journalisten die Diagnose fest: der Täter ist psychisch krank. So schrieb z.B. die Frankfurter Rundschau: „Fest steht nur: Der Täter ist psychisch krank, ist deswegen in Behandlung, braucht Hilfe, auch wenn das die Schwere der Tat nicht entschuldigt, die uns alle fassungslos macht“ (1). Dabei hatte der Täter seine Tat unmissverständlich als religiös motiviert bezeichnet. Er rief während der Tat mehrfach „Allahu akbar“ und sprach nach der Tat von seinem „Dschihad“. Dabei ist es nicht neu, dass bei islamisch motivierten Taten immer häufiger versucht wird, den Täter als psychisch gestört darzustellen. Damit entfällt zum einen die Frage nach einem rationalen Motiv – insbesondere die Frage, ob der Täter nicht einfach nur den Befehl des Propheten umgesetzt hat. Es entfällt damit aber auch die Frage nach der politischen Verantwortung, wenn die Folgen der Tat als schicksalhaft dargestellt werden – wie etwa ein Tod durch Erdbeben oder einen Blitzschlag.

Die angebliche psychische Störung des Täters hat dann aber auch dazu geführt, dass einige Politiker fordern, die psychische Betreuung von Zuwandern zu verbessern. Denn diese Betreuung ist bislang völlig unzureichend, weil sich offensichtlich keiner der Verantwortlichen die Frage gestellt hat, ob und in welchem Umfang eine solche Betreuung erforderlich sein könnte. Fachleute schätzen, dass mindestens die Hälfte der Flüchtlinge an psychischen Erkrankungen leidet, ausgelöst von Krieg, Folter und Einsamkeit. Der Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt geht sogar von bis zu 85 % aus (3). Betroffen sind insbesondere auch solche Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die von Abschiebung bedroht sind (2). Das ist nachvollziehbar, denn die meisten Schutzsuchenden kommen mit der Vorstellung nach Deutschland, dass sie hier ein Haus, ein schnelles Auto und einen gutbezahlten Job erhalten und sind dann selbstverständlich enttäuscht, wenn sie in einer Sammelunterkunft landen und mit dem überfüllten Bus zum 1-Euro-Job fahren sollen.

Und so fordern viele Politiker und andere „Fachleute“ jetzt, dass alle Zuwanderer, die möglicherweise an einer psychischen Erkrankung leiden, eine entsprechende Betreuung erhalten sollen. Offensichtlich hat keiner dieser Politiker darüber nachgedacht, ob diese Forderung überhaupt umsetzbar ist. Denn ähnlich wie die Ankündigung der Kanzlerin, „alle“ Zuwanderer aufzunehmen, einfach schon an den fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten (aber auch an anderen Faktoren) scheitert, ist es nicht möglich, 50 oder 85 % der Zuwanderer eine psychotherapeutische Behandlung anzubieten. Dies würde bereits derzeit mehr als 1 Million zusätzliche Patienten bedeuten. Dafür wären mindestens 10.000 Psychotherapeuten erforderlich, die man sich jedoch nicht schnitzen kann, sondern die alle eine langjährige Ausbildung absolvieren müssen (wobei auch die Ausbildungskapazität aufgrund limitierter Einrichtungen und Ausbilder begrenzt ist). Hinzu kämen ebenso viele qualifizierte Dolmetscher, die nicht nur in beiden Kulturen zuhause sein, sondern auch beide Sprachen perfekt beherrschen müssten. Auch die kann man nicht einfach aus dem Hut zaubern. Und so scheitert die Wunschvorstellung einer Psychotherapie für alle – unabhängig von den fehlenden finanziellen Mitteln – bereits am fehlenden qualifizierten Personal. Und daher kann die Forderung nur lauten: Ausreise von Personen ohne Bleibeperspektive, vor allem, wenn diese aufgrund psychischer Störungen eine Gefahr für Dritte darstellen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/469680/14-15

(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467243/1

(3) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467243/3

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren