NACH SCHWEIGEMINUTE FÜR ERMORDETEN LEHRER: Berliner Grundschüler (11) droht Lehrerin mit Enthauptung

Guten Morgen liebe Hessen,

Mitte Oktober wurde in einem Vorort von Paris ein Lehrer von einem 18-jährigen Tschetschenen auf offener Straße enthauptet. Der Lehrer hatte wenige Tage zuvor mit seinen Schülern das Thema Meinungsfreiheit durchgenommen und dabei auch Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed gezeigt (1). Dies führte zu erheblichen Protesten bei Eltern muslimischer Schüler geführt. Der Vater eines muslimischen Schülers bezeichnete den Lehrer als „Verbrecher“, der den Islam hasse (2). Der Lehrer erhielt über verschiedene soziale Netzwerke Morddrohungen. Der Vater einer Schülerin hatte gegen den Lehrer eine Fatwa ausgesprochen (3), die dann wohl von dem Täter umgesetzt wurde.

Die Tat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt und wurde von verschiedenen Landesregierungen zum Anlass genommen, die Tat und deren Hintergründe in den Schulen zu thematisieren. Ein schwieriges Thema, denn es geht dabei um religiös begründete Terroranschläge, wobei praktisch nur eine einzige Religion betroffen ist. Verständlich, dass die Behandlung dieses Themas von deren Anhängern nicht gerne gesehen wird. Und auch die Schweigeminute, die aus Anlass des Anschlags an vielen Schulen stattfand, wurde von nicht wenigen Schülern und deren Eltern abgelehnt. So hatte an einer Berliner Grundschule ein elfjähriger Schüler nach der Schweigeminute erklärt, „man dürfe jemanden töten, der den Propheten beleidigt habe, das sei in Ordnung“. Derselbe Schüler hatte dann kurze Zeit später seiner Lehrerin gedroht, sie zu enthaupten. Anlass für diese Drohung war die Ankündigung der Lehrerin auf bevorstehende Elterngespräche (4).

Die Lehrerin hatte Sanktionen gegen die Eltern angekündigt, die nicht an den Elterngesprächen zu diesem Themenkomplex teilnehmen. Der Schüler bedrohte daraufhin die Lehrerin: „Wenn das passiert, weil meine Eltern nicht gekommen sind, dann mache ich mit dir das Gleiche wie der Junge mit dem Lehrer in Paris“. Die zuständige Senatsschulverwaltung bestätigte den Vorfall und kündigte an, die Schulaufsicht und das Jugendamt einzuschalten. Auch an anderen Berliner Schulen boykottierten und störten muslimische Schüler die Schweigeminute. Ein Schüler äußerte z.B., dass der Lehrer in Frankreich „das bekommen habe, was er verdiene: „der gehörte hingerichtet. Er hatte den Propheten beleidigt!“. Ein Schulleiter berichtete, er habe mit den betreffenden muslimischen Schülern gesprochen, wobei, einige von ihnen Einsicht zeigten, andere waren bei ihrer Meinung geblieben. Eine andere Schulleiterin äußerte sich wie folgt: „Wir haben muslimische Schüler, die so konservativ erzogen und dadurch in ihrem Denken bereits so verfestigt sind, dass sie keine anderen Ansichten mehr zulassen“ (5).

Das ist eine klare Ansage. Offensichtlich gibt es nicht wenige muslimische Eltern, die ihren Kindern bereits in frühester Kindheit vermitteln – oder in Moscheen oder Koranschulen vermitteln lassen – dass der Prophet nicht beleidigt werden darf und jeder, der dagegen verstößt, getötet werden soll. Den Kindern kann man das nicht zum Vorwurf machen. Die sind davon überzeugt, das Richtige zu tun. Die Beispiele zeigen jedoch mit erschreckender Deutlichkeit, dass der Besuch einer öffentlichen Schule eine Radikalisierung nicht verhindern kann – und insbesondere dann nicht, wenn Lehrer und Schulbehörden dieser Entwicklung nicht Einhalt gebieten, weil sie tolerant und kultursensibel sind und keinesfalls als islamophob gelten wollen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/ausland/verdaechtiger-gefasst-mann-nahe-paris-enthauptet-terrorermittlungen-laufen_id_12551305.html
(2 https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html 19.10.2020
(3) https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2020/enthaupteter-lehrer-fatwa1/
(4) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/schueler-droht-lehrerin/
(5) https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/berlin-muslimischer-schueler-11-droht-lehrerin-mit-enthauptung-73889732.bild.html

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