NATIONALITÄTEN SPIELTEN KEINE ROLLE…? Zwei Syrer messern vier Opfer aus dem Irak, Syrien und Albanien in Hanau

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Stadt Hanau war erst vor einigen Wochen in den Schlagzeilen und wurde nun wieder Schauplatz von Gewalttaten. Mehrere Männer haben auf offener Straße auf Passanten eingestochen. Dabei wurden vier Männer verletzt, einer davon schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr (1). Zwei Verdächtige wurden festgenommen, wobei es sich – wie zunächst in der Presse zu lesen war – um zwei „Hanauer“ im Alter von 23 bzw. 29 Jahren handelte, die sich jedoch nicht zu den Vorfällen geäußert hatten (2). Mit der Bezeichnung „Hanauer“ sollte wohl der Eindruck vermittelt werden, es handele sich bei den Tatverdächtigen um Personen, die aus Hanau stammen – also eher deutschen Staatsbürgern. Tatsächlich handelt es sich bei den beiden Tatverdächtigen um Syrer, die vier Opfer stammen aus dem Irak, Syrien und Albanien. Auch wenn es in diesem Land schon länger hier lebende Syrer, Iraker und Albaner gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei den an der Messerstecherei beteiligten Personen um Schutzsuchende handelt, die sich erst seit Kurzem hier aufhalten.

Die Frankfurter Rundschau vom 30.04. lieferte dabei den qualitativ hochwertigsten Bericht: „Hubschrauber über der Stadt, Sirenen, viele Polizisten in den Straßen: Am späten Dienstagabend fühlten sich viele Hanauer an den rassistisch motivierten Terroranschlag am 19. Februar erinnert“. Damit war schon im ersten Satz der Zusammenhang mit rechtsextremen Rassisten hergestellt. Und damit der Leser nicht etwa gedanklich abschweifen könnte, weil die Tatwaffe („Messer“) genannt werden musste, war von „vier Menschen im Alter zwischen 17 und 26 Jahren“ die Rede, die verletzt worden waren. Da wird offensichtlich der Begriff „Männer“ – oder schlimmer: „junge Männer“ – vermieden, der unerwünschte Assoziationen erzeugen könnte. Der Hanauer SPD-Oberbürgermeister zeigte Mitgefühl mit den Bürgern der Stadt, die diese Tat in einer „ohnehin schwierigen Zeit“ trifft. Er könne gut nachvollziehen, dass Bürger sich auch wegen der Hubschrauber-Geräusche „tief beunruhigt an die Terrormorde erinnert fühlen“.

Der zuständige Oberstaatsanwalt sagte, es gebe derzeit „keine Anhaltspunkte für eine politisch motivierte, rassistische oder terroristische Tat“. Ebenso lagen keine Hinweise darauf vor, „dass die Nationalitäten der Beteiligten bei der Auseinandersetzung eine Rolle gespielt haben“ (3, 4). Das ist glaubhaft und plausibel. Konflikte zwischen Syrern und Irakern sind unbekannt, wie überhaupt Angehörige der Religion des Friedens untereinander nie streiten. Und wenn sich Syrer und Iraker in ihren Heimatländern friedlich verhalten, warum sollten sie in Deutschland ihre Gewohnheiten ändern? Auch politisch oder terroristische motivierte Straftaten sind in den Heimatländern der Täter praktisch unbekannt. Was also dann? Am wahrscheinlichsten ist es, dass es sich einfach um ein Missverständnis zwischen Personen handelt, die sich plötzlich und ohne eigenes Zutun im Besitz eines Messers befunden haben, mit dem sie sich in unerklärlicher Weise eine Verletzung zugezogen haben. Vermutlich wird das Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen so oder ähnlich aussehen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mehrere-maenner-stechen-in-hanau-auf-passanten-ein-16746598.html
(2) https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/hanau-mehrere-taeter-vier-verletzte-fahndung-nach-messer-attacken-70335626.bild.html
(3) https://www.focus.de/panorama/welt/taeter-auf-der-flucht-mehrere-maenner-stechen-auf-passanten-in-hanau-ein_id_11935024.html
(4) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/464159/46-47

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