NEUBAUTEN IN FRANKFURT-BONAMES: Für Schutzsuchende Anlass zur Beschwerde

Guten Morgen liebe Hessen,

Naturschutz steht für die Grünen an erster Stelle. Normalerweise. Das gilt aber nicht, wenn es um die Unterbringung von Schutzsuchenden geht. Und so haben die Frankfurter Grünen vor einigen Jahren eine „Flüchtlingsunterkunft“ mitten in ein Naturschutzgebiet gebaut, das bis dahin niemand betreten durfte, weil dort seltene Arten heimisch waren und Vögel beim Brüten nicht gestört werden sollten. Und so wurde 2016 genau dort im Stadtteil Bonames für viel Geld eine Unterkunft errichtet, die – so die zuständige grüne Dezernentin – nur vorübergehend und für maximal 3 Jahre genutzt werden sollte – also bis maximal 2019. Die Nutzungsdauer wurde inzwischen selbstverständlich verlängert – vorläufig bis 2021.

Eigentlich könnten die etwa 300 dort untergebrachten Schutzsuchenden zufrieden sein: nagelneue Häuser nach neuestem Stand, idyllische und ruhige Umgebung und ein Service wie im Hotel. Niemand muss arbeiten, niemand muss deutsch lernen und wenn man mal in die Stadt muss (z.B. zum Arzt), wird man auf Kosten der Stadt mit dem Taxi gefahren – denn die Bushaltestelle ist 500 m entfernt und die Busfahrpläne unübersichtlich und schwer zu verstehen (selbst wenn man die Sprache beherrscht). Also eigentlich ideale Bedingungen. Aber dennoch gibt es Beschwerden der Bewohner. Da werden z.B. die beengten Wohnverhältnisse bemängelt.

Vielleicht hatte der eine oder andere Bewohner in Syrien oder Afghanistan tatsächlich mehr Wohnfläche, aber dort wurde geschossen, terrorisiert und bombardiert (sonst wären sie ja nicht geflohen). Und dann beschweren sich die Bewohner über mangelhafte Stromversorgung aufgrund unzureichender Leitungskapazität, fehlendes warmes Wasser, zu langsames Internet und Hygienemängel (1). Das war in der Heimat sicher alles deutlich besser. Weitere Kritikpunkte: defekte Schränke, Küchengeräte, Bodenbeläge. Dabei wurde vieles bereits 2019 komplett ausgetauscht. Im Klartext: Mobiliar, Geräte und Bodenbeläge mit einer üblichen Nutzungsdauer von 10 bis 20 Jahren (oder länger), die 2016 neu waren, wurden bereits 3 Jahre später ausgetauscht. Man fragt sich, warum.

Gehen die Bediensteten der Stadt Frankfurt oder des betreuenden Diakonischen Werks so achtlos mit der Einrichtung um, dass sie nach 3 Jahren erneuert werden muss? Vermutlich ja, denn die Bewohner können es kaum gewesen sein.

Und so beschweren sie sich völlig zu Recht Und um diesen Beschwerden Nachdruck zu verleihen, gibt es auch „Mord- und Gewaltandrohungen“ seitens einiger Bewohner gegen Bedienstete der Stadt und der Diakonie (1).

Warum stellt die Stadt den Schutzsuchenden nicht endlich die ihnen zustehenden richtige Wohnungen zur Verfügung. Wohnungen mit richtigem Mobiliar, das nicht schon nach 3 Jahren ausgetauscht werden muss. Wohnungen ohne Hygienemängel, also mit täglichem Putz- und Hygieneservice. Und natürlich schnelles Internet. Und für Großfamilien eine Villa am Mainufer. Denn wer Gäste großzügig einlädt, muss ihnen auch etwas bieten.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://epaper-ifnp.fnp.de/webreader-v3/index.html#/464737/16-17;https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/464735/40-41

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren