Niemand redet von Messern – wir auch nicht

Guten
Morgen liebe Hessen,

In
den sechziger Jahren lautete ein Werbeslogan der Bahn (damals noch „Deutsche
Bundesbahn“): „Alle reden vom Wetter – wir nicht“. Damit sollte darauf
hingewiesen werden, dass die Bahn bei jedem Wetter pünktlich und zuverlässig
fährt, egal ob es gerade regnet, schneit oder stürmt. Damals stimmte der Slogan
auch tatsächlich. Heute ist das anders. Die Bahn redet zwar immer noch nicht
vom Wetter, zeigt aber immer häufiger Verspätungen und Zugausfälle, die auf das
Wetter zurückzuführen sind. Aber nicht nur das Wetter macht der Bahn zunehmend
zu schaffen, sondern auch Passagiere, die sich nicht an die Regeln halten.

Kurz
vor 8 Uhr startet am Freitag, dem 13. Mai die Regionalbahn von Hamm nach Aachen
mit über 250 Passagieren an Bord – überwiegend Pendler, die ihre Arbeitsstelle
aufsuchen wollen. Unmittelbar nach Verlassen des Bahnhofs Herzogenrath steht
unvermittelt ein Mann auf und sticht wahllos auf arglose Passagiere ein. Fünf Personen
werden dabei verletzt. Ein Passagier zieht die Notbremse, so dass der Zug nach 200
Metern zum Stillstand kommt. Die Türen werden geöffnet, viele der Passagiere
verlassen fluchtartig den Zug. Ein Bundespolizist, der auf dem Weg zu seiner
Einsatzstelle ist, überwältigt zusammen mit einem weiteren Passagier den
Angreifer. Bei dem Tatverdächtigen handelt sich um einen 32 Jahre alten „Schutzsuchenden“
aus dem Irak (1).

Er
hält sich seit mehreren Jahren in Deutschland auf und nutzte in der
Vergangenheit mehrere Identitäten (2). Er war bereits in einem Flüchtlingsheim
in Krefeld auffällig geworden und ist bereits seit fünf Jahren als sogenannter
„Prüffall Islamismus“ registriert (3). Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft
führte aus, sie habe „für ein islamistisches Motiv der Tat bislang nichts
Belastbares“. Bereits an dem auf die Tat folgenden Tag konnte die ZEIT
Entwarnung geben: „Kein Terrorhintergrund, keine religiöse Radikalisierung: Der
Mann, der in einem Zug nach Aachen mit einem Messer auf Mitfahrende losging,
ist offenbar psychisch krank“ (4). Woher die Redaktion diese Information hat,
wird nicht verraten. Selbst wenn die ZEIT einen verlagseigenen Psychiater
beschäftigen sollte, müsste der in der Lage sein, eine telepathische
Ferndiagnose zu stellen. Aber vielleicht ist der Zeitung hier die Beruhigung
der Bevölkerung wichtiger als eine exakte Diagnose.

Aber
die Diagnose wird sicher durch den vom Gericht bestellten Gutachter bestätigt
werden – wie in zahlreichen anderen Fällen zuvor. Also das übliche Procedere: ein
„Schutzsuchender“ flieht aus einem Land, in dem die Religion des Friedens
herrscht (warum flieht er eigentlich von dort?), und durchquert mehrere
Staaten, bis er nach Deutschland kommt. Dort wird er durch besonders strenge
Beachtung religiöser Gebote auffällig, so dass die zuständigen Behörden den
Verdacht „islamistischer“ Ansichten äußern, d.h. davon ausgehen, dass der Betreffende
seine religiösen Ziele mit Gewalt durchsetzen könnte. Im vorliegenden Fall
haben die Behörden immerhin 5 Jahre beobachtet und geprüft. Selbstverständlich
wird der Betreffende nicht abgeschoben, so dass er eines Tages einen Zug
besteigen und die Passagiere mit einem mitgebrachten Messer attackieren kann.
Dass es dabei „nur“ Verletzte gab und niemand getötet wurde, erscheint dabei
eher zufällig.

Ihr
Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1)
https://www.bild.de/regional/koeln/koeln-aktuell/amok-im-zug-bei-aachen-dieser-polizist-stoppte-den-attentaeter-80079688.bild.html

(2)
https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/469194/1

(3) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2022/messerangreifer-verletzt-menschen-in-regionalbahn-bei-aachen/

(4) https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2022-05/nordrhein-westfalen-messerangriff-zug-psychiatrie

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