Noch mehr Fachkräfte: Annette Widmann-Mauz (CDU) möchte „Deutschland attraktiver für Einwanderer machen“

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, möchte „Deutschland attraktiver für Einwanderer machen“. Und dazu gibt es ein neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März in Kraft trat. „Damit bekennt sich Deutschland erstmals dazu, Einwanderungsland zu sein“, so die Integrationsbeauftragte (1). Damit will sie offensichtlich ein wichtiges Problem dieses Landes lösen, nämlich die geringe Attraktivität dieses Landes für Einwanderer. Und natürlich das Problem der geringen Bevölkerungsdichte und den Überfluss an Wohnraum und Verkehrsflächen.

Nach den Vorstellungen der Integrationsbeauftragten sollen mit dem neuen Gesetz „bereits vor der Einwanderung die Weichen auf Integration“ gestellt werden. Es sollen jetzt mehr Sprach- und Qualifikationsangebote als bisher im Herkunftsland zur Verfügung gestellt werden: „Damit unterstützen wir eine gesteuerte Migration und beugen illegalen Einreisen vor. Gleichzeitig gelingt Einwanderern so das Ankommen in unserer Gesellschaft besser“, so Widmann-Mauz. Das ist wenig verständlich. Illegale Migration gibt es in diesem Land schon lange nicht mehr und die Migranten, die in den vergangenen Jahren kamen, sind bestens integriert: „Jeder zweite Flüchtling arbeitet als Helfer, die andere Hälfte als Fachkraft oder Spezialist“ (2). Und Migration ist ohnehin per se eine „Quelle des Wohlstands, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung“ – so jedenfalls steht es im Migrationspakt, der auch von der Bundesregierung unterzeichnet wurde (3).

Und so will die Bundesregierung auch weiterhin die Migration fördern. Da stört es auch wenig, dass es in Deutschland derzeit etwa 2,5 Millionen Erwerbslose gibt. Arbeitsmigration ist nach Auffassung der Integrationsbeauftragten immer eine win-win-win-Situation: „Arbeitsmigration sollte immer ein dreifacher Gewinn sein: für die Fachkräfte selbst, für die Herkunftsländer und die Zielländer“ (1). Für die Fachkräfte – bzw. die vermeintlichen Fachkräfte – ist die Einwanderung nach Deutschland eigentlich immer ein Gewinn. Denn im Vergleich zum Heimatland sind die Löhne um ein Vielfaches höher und die Arbeitsbedingungen deutlich besser. Und selbst wenn man vorübergehend ohne Job ist, fällt man weich in das Sozialnetz, das es so in der Heimat nicht gibt. Ob die Migration im Einzelfall für Heimat- und Zielland ein Gewinn ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Aber als sicher kann gelten: es kann ein Gewinn nur entweder für das Heimat- oder das Zielland sein. Ein gut ausgebildeter und fleißiger Arbeitnehmer ist für den, der ihn verlässt, immer ein Verlust. Und für den, der ihn aufnimmt, immer ein Gewinn.

Aber unabhängig davon: das neue Gesetz wird nichts an einer neuen Migrationswelle ändern, die aktuell auf das Land zukommt. Und alle Behörden werden über lange Zeit mit der Bewältigung dieser Migration vollauf beschäftigt sein.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/widmann-mauz-will-deutschland-attraktiver-fuer-einwanderer-machen-34480.html
(2) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fluechtlinge-arbeit-integration-bilanz-1.4581653
(3) https://www.un.org/depts/german/migration/A.CONF.231.3.pdf

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