Notlandung auf den Balearen – neue Methode zur Einwanderung?

Guten Morgen liebe Hessen,

Migrationswillige sind sehr erfinderisch. Verständlich, wenn man deren Situation und die Aussichten auf ein unbeschwertes Leben betrachtet. In zahlreichen Ländern ist die Perspektive – vor allem für Jüngere – äußerst schlecht. Sie haben meist keine richtige Schulbildung oder Berufsausbildung, keine Aussichten auf einen Job und auch ansonsten keine Perspektive. Die Länder, in denen sie leben, haben keine funktionierende Verwaltung, keine Infrastruktur und auch sonst nichts zu bieten, was sie zum Bleiben motivieren könnte. Und so wollen – verständlicherweise – viele aus den Ländern Afrikas und des Nahen Ostens auswandern. Ihr Ziel ist die Europäische Union – genauer die Bundesrepublik Deutschland („Germany“). Denn dort warten paradiesische Zustände auf sie: jeder – tatsächlich jeder! – darf einreisen, wenn er es bis zur Grenze geschafft hat. Jeder darf zunächst in jedem Fall solange bleiben, bis sein Asylverfahren abgeschlossen ist – und das dauert meistens mehrere Jahre, in denen man ausreichend Zeit hat, für den Fall der Ablehnung einen Bleibegrund zu schaffen. Doch auch wenn der Asylantrag in letzter Instanz abgelehnt wird, droht nur in den seltensten Fällen die Abschiebung – und auch das nur bei jenen, die zu ungeschickt sind, ein Abschiebehindernis zu konstruieren. Arbeiten muss niemand, denn der Staat zahlt alles, solange das Asylverfahren läuft und meist auch darüber hinaus.

Verständlich, dass viele nach Deutschland wollen, zumal Informationen über die paradiesischen Zustände bis in den letzten Winkel Afrikas bekannt sind. Die einzige Schwierigkeit ist, an die Grenze zur EU zu gelangen. Denn sobald man in der EU ist (egal in welchem Land), ist es einfach nach Deutschland zu gelangen, denn innerhalb der EU herrscht Freizügigkeit und niemand kontrolliert an der Grenze. Und so haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Fluchtrouten herausgebildet: über das Mittelmeer Richtung Europa, d.h. bis zu dem in der Nähe der afrikanischen Küste wartende „Rettungsschiff“, über die Ägäis nach Griechenland oder von Marokko zu den Kanaren. Beliebt ist auch die Grenze zu den spanischen Exklaven auf dem afrikanischen Kontinent.

Nunmehr gibt es eine neue Variante, die bisher unbekannt war: die „Notlandung“ eines Flugzeugs auf den Balearen. So landete kürzlich ein Flugzeug auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul außerplanmäßig in Mallorca. Grund war ein angeblicher medizinischer Notfall an Bord, der den Piloten veranlasste, auf dem nächsten Flughafen – in diesem Fall Mallorca – zu landen, um den „erkrankten“ Passagier in eine Klinik einliefern zu können. Der Notfall war wohl nur inszeniert, um die Landung zu erzwingen, denn als die Maschine am Boden stand, stiegen 21 Passagiere aus und flüchteten über das Vorfeld. Ein Teil der Migranten konnte zwischenzeitlich von der Polizei aufgegriffen werden (1). BILD fragt: „Was passiert jetzt mit den aufgegriffenen Migranten?“. Ganz einfach: die werden behandelt wie „Bootsflüchtlinge“, die übers Mittelmeer nach Spanien kommen, d.h. sie werden registriert und kommen in eine Erstaufnahmeeinrichtung. Sobald sie dann einen Antrag auf Asyl oder Gewährung von Schutz als Flüchtling gestellt haben, können sie in der EU bleiben (1). Vermutlich werden die meisten von ihnen relativ schnell nach Deutschland einreisen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/notlandung-fuer-illegale-einreise-erzwungen-migranten-fluechten-auf-mallorca-auf-78168022.bild.html

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