OB-Feldmann lädt zum Weihnachtsshoppen, während der Rest des Landes soziale Distanz sucht

Guten Morgen liebe Hessen,

Nachdem in den letzten Wochen die Corona-Zahlen weiter angestiegen waren, hatten die Landesregierungen in Absprache mit dem Bund beschlossen, die Kontaktmöglichkeiten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. In diesem Zusammenhang war es Konsens, dass auch Geschäfte geschlossen bleiben – ausgenommen Lebensmittelläden und Apotheken. Natürlich ist das in der Vorweihnachtszeit für viele Geschäftsinhaber äußerst schwierig – vor allem für jene, die in dieser Zeit einen großen Teil ihres Jahresumsatzes erwirtschaften. Aber das Virus nimmt auf Feste keine Rücksicht und so erschien der Lockdown unumgänglich.

Und natürlich konnte man erwarten, dass alle Politiker die Bemühungen, die weitere Ausbreitung des Virus nach Möglichkeit zu verhindern, nach Kräften unterstützen. Das haben sie auch getan – jedenfalls fast alle. Bis auf einen Oberbürgermeister, der versucht hat, die Bemühungen der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie zunichte zu machen. Welcher Oberbürgermeister? Natürlich Peter Feldmann, SPD, Oberbürgermeister der buntesten und vielfältigsten Stadt in der Republik.
Feldmann ist ja nicht nur Oberbürgermeister, sondern auch Aufsichtsratsvorsitzender der Rhein-Main-Verkehrsgesellschaft RMV. Und in dieser Eigenschaft hatte er eine geniale Idee: er hat einfach verfügt, dass am dritten Adventssamstag alle mit einem günstigen Kinderfahrschein fahren dürfen. Nicht nur Kinder, sondern alle, also auch die Eltern, Großeltern und selbst diejenigen, die keine Kinder haben. Erklärtes Ziel der Aktion: alle sollen an diesem Samstag zum Weihnachts-Shopping nach Frankfurt fahren. Aber nicht mit dem Auto oder Fahrrad, sondern mit dem ÖPNV (1). Also mit den ohnehin überfüllten U-Bahnen und Bussen, auf die man an überfüllten Bahnsteigen und Haltestellen wartet. Und am Ziel angekommen, sollten die dann alle in überfüllte Geschäfte gehen und dem notleidenden Frankfurter Einzelhandel helfen.

Eine geniale Idee von Peter Feldmann. Während alle Politiker republikweit versuchen, die Bürger auf Abstand zu halten, macht er das Gegenteil: alle sollen möglichst nahe zusammenrücken, damit sich das Virus möglichst schnell und weit verbreitet. Viele fanden Feldmanns Idee – vorsichtig formuliert – nicht gut. So zeigte sich z.B. die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt entsetzt und fragte per Twitter „Ist heute der 1. April?“ (1). Nein, war es nicht. Feldmann meinte es tatsächlich ernst. Der Bund der Steuerzahler fand es unverantwortlich, mit Steuergeldern die Infektionszahlen weiter in die Höhe zu treiben (2) und der hessische Innenminister bezeichnete Feldmann Vorgehen als „realitätsfremde PR-Aktion“ (3). Und genau das war es auch:

eine PR-Aktion im Vorfeld der Kommunalwahl, bei der Feldmanns SPD weiter abzustürzen droht. Was Feldmann vermutlich nicht bedacht hat: das Virus befällt auch SPD-Wähler. Aber selbst die dürften inzwischen erkannt haben: Peter Feldmann ist inzwischen nicht nur der mit Abstand peinlichste Oberbürgermeister, den Frankfurt jemals hatte, sondern mit seiner Aktion inzwischen auch eine echte Gefahr für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.hessenschau.de/wirtschaft/frankfurter-oberbuergermeister-entschuldigt-sich-fuer-shopping-aufruf,kinderticket-frankfurt-100.html
(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/466069/34
(3) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/467078/6-7

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