OSCAR: NOMINIERUNG MIT DIVERSITÄTSZWANG – Bester Film muss zukünftig mindestens zwei von vier „Vielfalts-Kriterien“ erfüllen

Guten Morgen liebe Hessen,

Früher war der Oscar in der Filmbranche so etwa wie der Nobelpreis für Wissenschaftler. Ausgezeichnet wurden die besten Filme, Darsteller und Regisseure in verschiedenen Kategorien. Auch wenn die Beurteilung durch die Jury immer subjektiv ist, haben sich die Mitglieder dieser Jury in der Regel bemüht, sich an bestimmten Qualitätskriterien zu orientieren – und das wohl meistens mit Erfolg. Und sie waren in ihrer Entscheidung weitgehend frei, d.h. sachfremde Kriterien spielten bei der Beurteilung keine Rolle. Das scheint jetzt vorbei zu sein.

Denn die Akademie des Filmpreises hat angekündigt, Nominierungen für die Auszeichnung „Bester Film“ einen Diversitätszwang einzuführen. Damit zukünftig ein Film überhaupt nominiert werden kann, muss dieser ab 2024 mindestens zwei von vier „Vielfalts-Kriterien“ erfüllen. Diese Kriterien sind z.B. erfüllt, wenn einer der Hauptdarsteller einer ethnischen oder sexuellen Minderheit angehört. Oder mindestens 30 Prozent der Nebendarsteller. Das „Vielfalts-Kriterium“ kann aber auch durch den Inhalt des Filmes erfüllt werden, wenn dieser z.B. das Leben von Frauen, Schwarzen, Menschen mit Behinderungen oder Transgender-Personen zum Inhalt hat. Begründet wird dies damit, dass die Filmindustrie in ihren Werken die „vielfältige weltweite Bevölkerung“ repräsentieren müsse. Auch das Filmfestival Berlinale hatte bereits angekündigt, zukünftig bei der Preisverleihung mehr auf Diversität zu achten (1).

Das wäre dann das Ende der künstlerischen Freiheit. Bislang waren Filmemacher, Regisseure oder Produzenten keinerlei Beschränkungen hinsichtlich des Inhalts eines Films oder der Besetzung der Rollen unterworfen. Das wird dann zukünftig anders sein, denn jeder Filmschaffende ist darauf angewiesen, dass er die Chance hat, mit seinen Werken auch an einem Wettbewerb teilzunehmen und einen Preis zu gewinnen. Und damit ist auch klar, was als nächstes kommt: Einführung einer Diversitäts-Pflicht für alle Kunstwerke in Literatur, Malerei, Theater und Musik. Vorbei die Zeiten, in denen ein Maler einfach malen konnte, was er wollte oder was seine Kunden von ihm verlangten – etwa nur nackte Frauen oder Porträts alter weißer Männer. Theaterstücke wie „Der Hauptmann von Köpenick“ oder „Diener zweier Herren“ dürfen dann alleine wegen des Titels nicht mehr aufgeführt werden. Und natürlich auch nicht „Zar und Zimmermann“ oder gar der „Zigeunerbaron“ (der sowieso nicht). Und in Romanen muss die Diversität durch Geschlechterquote und ausreichende Vertretung von diskriminierten Minderheiten sichergestellt werden.

Und das gilt natürlich auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. TV-Serien wie „Der Landarzt“, „der Bergdoktor“, „der Kommissar“ oder „der Staatsanwalt“ gehören dann der Vergangenheit an. Und natürlich müssen in allen TV-Filmen ethnische und andere Minderheit ausreichend repräsentiert sein. Nur in einem Punkt nicht: Angehörige von Minderheiten dürfen in Krimis in keinem Fall als Täter auftreten, sondern nur als zu Unrecht Verdächtigte, die dann aber schnell entlastet werden, weil der Transgender-Kommissar(in) den wahren Täter ermittelt: einen alten weißen Mann. Aber das ist in den meisten TV-Krimis schon heute so.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/oscar-nominierung-diversitaetszwang/

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