Papst mahnt zu mehr Flüchtlingsaufnahme. Wie viele Flüchtlinge bringt er im Vatikan unter?

Guten Morgen liebe Hessen,

Trotz der Corona-Pandemie werden nach wie vor zahlreiche „Schutzsuchende“ vor der Küste Libyens „gerettet“, nachdem sie sich mit seeuntüchtigen Booten aufs Meer begeben haben. Ihr Plan: Rettung durch das Schiff einer der vielen Hilfsorganisationen und anschließend Fahrt nach Deutschland via Italien. Problem dabei: Italien ist derzeit durch die Corona-Pandemie extrem betroffen. Zahlreiche Bürger sind erkrankt, viele davon schwer und viele sind bereits verstorben. Italien benötigt seine ganzen verfügbaren Kapazitäten, um die Krise zu bewältigen und hat derzeit keinerlei Möglichkeiten, Flüchtlinge oder Migranten aufzunehmen. Dasselbe gilt auch für andere EU-Staaten, die ähnlich von der Corona-Pandemie betroffen sind. Und so verweigern gerade in der Pandemie immer wieder EU-Häfen „Rettungsschiffen“ den Zugang. Angesichts der aktuellen Lage mehr als verständlich. Wer selbst hilfsbedürftig ist, kann nicht auch noch anderen helfen – selbst wenn er es wollte.

Einer scheint dafür aber kein Verständnis aufzubringen: der Oberhirte der katholischen Kirche, Papst Franziskus. Der Papst mahnt ständig und immer wieder die Aufnahme von Flüchtlingen an und versichert den Aktivisten seine Unterstützung. Worin diese Unterstützung konkret besteht, verrät der Oberhirte aber nicht. Dabei wäre er als Oberhaupt eines souveränen und absolutistischen Staates durchaus in der Lage, konkrete Hilfe zu gewähren. So könnte er den Schutzsuchenden zum Beispiel Asyl im Vatikan gewähren. Dazu müsste er niemanden fragen, weder die italienische Regierung, noch die EU oder sonst jemanden. Denn der Papst hat als Staatsoberhaupt die alleinige Entscheidungsbefugnis im Vatikan. Er müsste also nicht einmal ein Parlament oder seine Kardinäle befragen, sondern könnte es einfach anordnen. Der Vatikan ist zwar nicht sehr groß, aber ein paar tausend Flüchtlinge lassen sich dort problemlos unterbringen. Und für diejenigen, für die dort kein Platz mehr ist, könnte er zumindest finanzielle Mittel bereitstellen. Denn der Vatikan ist auch reich. Es ist zwar nicht bekannt, wieviel Geld dem Vatikan zur Verfügung steht, aber ein paar Milliarden werden es schon sein. Damit kann man auch helfen.

Aber das meint der Papst wahrscheinlich nicht mit Hilfe. Keine profanen Dinge wie Geld oder ein Dach über dem Kopf. Er meint etwas viel Wertvolleres: seinen päpstlichen Segen. Denn wie heißt es schon bei Markus 8:36: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden?“. Materieller Besitz wird in der heutigen Welt überbewertet. Gefährlich wird es, wenn die Jagd nach Besitz das Sein bestimmt. Denn irgendwann verfliegt jeder Besitz, spätestens mit dem Tod. Der päpstliche Segen aber bleibt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren